Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 218)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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200 der Zeit der erwachenden Wissenschastlichkeit die geistige Persönlichkeit der an Zahl noch kleinen, großen Männer eklatanter hervorstechen mußte, eben so sehr auf die Persönlichkeit derselben im praktischen Leben gespannt war, und man daher weit und breit reiste, um das Antlitz eines großen Mannes zu sehen. Gewiß achtenswerth ist dies, von der Seite betrachtet, daß der Abdruck des Geistigen im Aeußern des Menschen wiedergefunden, sinnlich hervortritt, und uns oft eine Vorstellung giebt, die uns bewußt und unbewußt zum Aufschluß über die geistige Eigenthümlichkeit desselben verhilft. Hat es sogar aus die gegenseitige Stellung mehrerer bedeutenden Personen Einfluß, bewirkt es eine Annäherung, Verbrüderung im Streben und Schaffen, dann ist es von der höchsten Wichtigkeit. (Man denke z. B. an den Zweck der Versammlungen der deutschen Naturforschers Weiterhin aber wird es läppisch und sogar nachteilig, da es vom Zufall abhängig gemacht wird, wie uns die Persönlichkeit eines bedeutenden Geistes berühre, um in Zukunft entweder in zu Hellem, oder (was noch häufiger der Fall sein mag) in zu verdüstertem Lichte uns zu erscheinen. Nachdem diese Spannung, möchte ich sagen, nachgelassen, hat sich eine Sitte herausgebildet, die um so lobenswerther ist, da alle Persönlichkeit, außer der geistigen, von ihr entfernt gehalten ist, da ihr eine reine Achtung vor dem geistigen Wirken zu Grunde liegt. Bemerkenswerthe Zeitpunkte, sich beziehend aus die Geburt, das Leben oder den Tod bedeutender Männer, werden festlich begangen, theils mit Versuchen, ihre Wirksamkeit im Gebiete der geistigen Bildung, des geistigen Lebens des Menschen zu würdigen, theils mit Errichtung von Vereinen und Anstalten, die in ihrem Sinne thätig, ihren Namen tragen zur ehrenvollen Anerkennung und Ueberlieferung auf die Nachwelt, gleichsam ihr Wirken fortsetzend und verewigend , nachdem sie selbst der Sterblichkeit unterlagen. Die zarte Begrüßung des Gemüthlichen und Verständigen, die in dieser Sitte liegt, brauchen wir nicht einmal anzudeuten. Und