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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 196

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 196)
Language
German
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IRI
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177 wie sie ihn zwischen zwei Mauern einschlössen, weil er auf die Falschheit der Anklage bestand, und wie in seiner Angst er alle Richter vor Gott lud, dort zu verantworten, was sie thaten; viele der Richter starben innerhalb eines Jahres und diejenigen, welche am Leben blieben, entließen ihn in Freiheit, weil sie eine gleiche göttliche Strafe fürchteten. 233) Ich will 233) Ausführlicher erzählt Menasse diese Geschichte (nach der hebräischen, auch spanisch handschriftlich vorhandenen Schrift des Aron den David Cohen Ragusano) ,,Rettung der Juden^ (1. e . III, 215): „Ungefähr vor dreißig Jahren (Oktober 1722) war zu Arguza (muß heißen Ragusz (Menasse schrieb Aragnzas) ein Christenweib, in deren Haus ein kleines Mädchen von eiif Jahren, die Tochter eines benachbarten Edelmannes, reich mit Juwelen geschmückt, kam. Das elende Weib wußte keinen sichereren Weg, es zu berauben, als durch dessen Ermordung, sie schnitt ihm die Brust auf und warf es unter ihr Bett. Das Mädchen wurde bald vermißt, und bei der Erkundigung erfuhr man, daß man es in dieses Haus habe hineingehen sehen. Der Magistrat hielt Nachsuchung, und man fand es todt. Die Frau gestand die That, und gleichsam als wenn sie ihr eigenes Verbrechen dadurch aufhöbe, wenn sie einen Juden, so unschuldig er auch sei, unglücklich machte, so sagte sie, sie hätte es auf Anrathen und Zureden eines gewissen I sa a c Jeschurun gethan, weil dieser Jude zur Feier des Osterfestes Blut nöthig hatte. Sie wurde gehangen, der Jude ergriffen und mit Anwendung alles Witzes zur Erfindung unerhörter und unerträglicher Marter, die einen Perillus zum Erbarmen und Mitleid hätten bringen können, sechsmal grausam gefoltert. Gleichwohl bestand er auf der Falschheit der Anklage und behauptete, daß diese Bosheit, die er nie verübt, noch je sich habe träumen lassen, auf eine schändliche Weise ihm zugeschrieben werde. Demuugeachtet wurde er zu einer zwanzigjährigen Gefangenschaft verdammt, in welcher er aber nur drei Jahre blieb, wo er in einer dazu aufgeführten viereckigen Mauer nackt angeschlossen, durch ein Loch mit Brot und Wasser kümmerlich gefüttert werden sollte, damit er in seinem eigenen Unrathe umkommen möchte. (Dieses Mannes Bruder, Joseph Jeschurun, lebt noch jetzt in Hamburg). Der Elende rief Gott an, flehte zu ihm, einZeugniß seiner Unschuld durch ein Zeichen an den Tag zu legen, und die Richter, die mit so wenig Erbarmen als Gerechtigkeit ihn so grausam und unmenschlich plagten, vor seinen göttlichen Richterstuhl zu fordern, und der Ewige war ein gerechter Richter, m 12

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