Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 195)
- Language
- German
- Belongs to
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176 geneigt sind, denjenigen zu hassen und zu verabscheuen, welcher Unglück hat, wie hingegen viel Aufsehens von dem zu machen,, welcher vom Glücke begünstigt wird. Das haben die Christen selbst genugsam erfahren. Während der Unterdrückungen und Verfolgungen im römischen Reiche wurden sie von verschiedenen Kaisern und tyrannischen Regenten fälschlich verleumdet. Nero klagte sie an, daß sie Rom in Brand gesteckt hätten, Andere, daß sie Zauberer und Beschwörer wären, noch Andere, daß sie Heidenkinder tödteten, ihre Ceremonien zu feiern, wie aus verschiedenen Autoren hinlänglich zu ersehen ist. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Juden, welche jetzt zerstreut und betrübt sind, wiewohl sie Vermögen besitzen. 2 32) Da ist keine Anklage und keine Verleumdung, welche ihnen nicht angedichtet wird, ja selbst diese alte Jämmerlichkeit, die den unschuldigen Christen früher vorgerückt wurde, wird jetzt ihnen zur Last gelegte Jeder kann leicht begreifen, daß es nur pure Beschuldigung ist, denn Jeder weiß, daß heutigen Tags kein Opfer und kein Blut bei ihnen im Gebrauch ist; selbst der Blutstropfen, der in einem Ei gefunden wird, ist ihnen verboten, um wie vielmehr Menschenblut! Ueberdies könnte ich verschiedene denkwürdige Beispiele, selbst aus unserer Zeit anführen, wie iy, Ragusa ein Jude dieser selben elenden That angeklagt war,. 232) „Rettung der Juden" (1. c. III, 220): „Diese berüchtigte Anklage und schreckliche Bosheit vom Ermorden der Kinder und dem Genuß ihres Blutes ist schon von Alters her den Christen von den Heiden zur Last gelegt worden, um sie verhaßt zu machen, und das gemeine Volk wider sie aufzubringen, wie aus Tertullian in seiner Apologia contra gentes, Justinus Martyr in der Apologia ad Anton.,. 2, Eusebius Cäsarensis, 1, 5, Cap 1 und 4, Pineda in seiner Monarchia ecclesiastica, 1, 11, Cap. 52; und aus verschiedenen Anderen hinreichend zu ersehen ist, und eben diese Grausamkeit wird jetzt von ihnen aus demselben Grunde den Juden Schuld gegeben, da sie sich der ihnen gemachten gleichen Beschuldigung kaum mehr erinnern." — Ueber die Christeuversolguugen vgl. auch Ne an d er, Geschichte der christlichen Religion und Kirche, II, III.