Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 185)
- Language
- German
- Belongs to
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166 alle ihre Häuser und ihr ganzes Vermögen, welches, wie be-- reits erwähnt, sehr beträchtlich War, confiscirt und als Staatsgut betrachtet werden sollte. Demzufolge verließen sie das- Königreich Castilien. Viele von ihnen wanderten nach Portugal als dem zunächst gelegenen Lande. Nachdem aber im Jahre 1497 eine Allianz zwischen Castilien und Portugal geschlossen war, wurden die Juden auf Betrieb des Königs Ferdinand auch aus Portugal verbannt. Da es jedoch gegen den Willen des damaligen Königs Emannet (Manuel) war, sie aus seinem Lande ziehen zulassen, so beschloß er, sie zur Annahme des Christenthums zu zwingen; er versprach, sie ferner weder mit Zwangsmitteln, noch mit Confiscation des Vermögens zu belästigen, ja er befreite sie sogar von vielen Lasten und Steuern. Nach dem Tode Emanuel's bestieg sein Sohn Johann III» den portugiesischen Königsthron. Dieser, von Anderen aufgestachelt, behauptete, daß Alles, was sein Vater Emanuel in Betreff der Ruhe der Juden verfügt hätte, ohne Werth wäre, weil sie nicht den Anforderungen des Christenthums gemäß lebten, und weil sein Vater ohne die Autorisation des Papstes so Etwas nicht hätte bewilligen dürfen; deshalb sei es sein Befehl und Wille, daß gegen diejenigen, welche jetzt noch im Lande weilten, vorgegangen werde, wie gegen die Mauren in Castilien. Er sandte hieraus nach Rom, um die Aufhebung der besagten Versprechen seines Vaters zu bewirken. Dieses wurde ihm aber nicht allein nicht zugegeben, sondern man mißbilligte sein Verlangen und pries das Verfahren Emanuel's, ja man verhieß allgemeine Amnestie allen Eingezogenen, deren Zahl sich auf fünfzehn hundert belief, und setzte alle in Freiheit. Diese Bulle wurde durch Clemens VII. mit Zustimmung der ganzen Curie bewilligt. Später sandte König Johann wiederum nach Rom, die früher nachgesuchte Erlaubniß zu erlangen, und zwar dieses Mal mit so vielen Repliken und Forderungen, daß der Papst auch endlich nachgab. Allein