Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 129)
- Language
- German
- Belongs to
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110 eine Widerlegung 79), wie denn auch Simon Luzzatto ihn dieser Behauptung wegen scharf tadelte. Die übrigen in das historische Gebiet einschlagenden Schriften Menasse's werden wir im wettern Verlaufe zu betrachten Gelegenheit nehmen und wollen nun zunächst seine gesellschaftlichen Beziehungen näher kennen lernen. III. Menasse Ben Israel war ein eben so biederer Charakter wie eine imposante Persönlichkeit und bildete nicht allein den Mittelpunkt der gebildeten Juden seiner Zeit, sondern zog, wie etwa Moses Mendelssohn 80) im achtzehnten Jahrhundert, vermöge seines umfassenden Wissens die Aufmerksamkeit der gelehrten Christen in solchem Maaße auf sich, daß sein Ruf bis nach Paris und London, nach Schlesien und Polen hin reichte. Man bewunderte ihn als eine eigenthümliche Erscheinung, insofern man bei ihm, dem Rabbiner, eine Gelehrsamkeit traf, die man nicht erwartete, und bei aller Frömmigkeit eine Toleranz, durch welche er die Herzen Aller gewann. Aus fernen Gegenden liefen Schreiben und Anfragen über schwierige theologische Materien bei ihm ein, und es ist wahrlich nicht eitel Ruhmrederei, wenn Menasse versichert, daß er über zweihundert Briese an gelehrte Personen in ganz Europa gerichtet habe81); 79) Elevatio relationis Montesinianae de repertis in America tribubus Israeliticis, et discussio argumentorum pro origine gentium Americanarum Israelitica a Man. Ben Israel in Spe Israelis con quisitorum. Basii. 1661. 8. 80) Gern gebe ich zu, daß der Vergleick zwischen Menasse und Mendelssohn auf schwachen Füßen ruht (Sephard. 197 ff.); daß Beide aber in ihrem Verhalten zu christlichen Gelehrten und in anderen Aeußerlichkeiten manche Aehnlichteit haben, scheint mir selbst heute noch ausgemacht. 81) Schon 1641 giebt er die Zahl dieser Briefe auf 150 an, Vor-