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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 119

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 119)
Language
German
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100 Form seinen nunmehrigen Landsleuten, den Holländern, aufs engste an. Wer die wissenschaftliche Behandlung kennt, wie sie in Holland, namentlich im siebenzehnten Jahrhundert angestrebt wurde, wird zwischen seinen Schriften und den der zeitgenössischen holländischen Gelehrten auch nicht den mindesten Unterschied wahrnehmen; es galt als Haupterforderniß damaliger Gelehrsamkeit die Meinungen der Vorgänger massenhaft aufzuspeichern, ohne eine das Ganze durchwehende und verbindende Grundidee locker aneinander zu reihen, mit einem Worte, compilatorisch zu verfahren. Nach dieser kurzen, allgemeinen Charakteristik, welche zur Würdigung der literarischen Thätigkeit Menasse's nothwendig vorausgeschickt werden mußte, gehen wir an die Betrachtung seiner einzelnen Schriften. Sie wurden meistens durch äußere Zeitfragen ins Leben gerufen und einige derselben können mit Fug und Recht Gelegenheitsschriften genannt werden. Sobald irgend enr Thema die damalige gelehrte Welt beschäftigte, blieb auch Menasse nicht zurück und nahm, aufgefordert oder unaufgefordert, an Allem, was Wissenschaft hieß , den lebhaftesten Antheil, so daß sich sein aufs Praktische gerichteter Sinn auch hier in unverkennbarer Weise kund giebt. Kann auch von einer genauen Classification seiner zahlreichen Schriften schwerlich die Rede sein, so ließen sie sich doch, ganz allgemein gehalten, in folgende drei Hauptgruppen zerlegen: theologisch-philosophische, theologisch-hermeneutische und historische Schriften. .Zu der ersten, der theologisch-philosophischen Gruppe, rechnen wir alle die Werke, in welchen er über die Seele, Unsterblichkeit und Auferstehung, über die Sünde, Schöpfung u. dgl. m. handelt. Mehrere Jahre hindurch hatte die Gelehrten Holland's die von dem Arzte und Senator Beverovicius in Dortrecht aufgeworfene Frage beschäftigt, ob das Lebensende des Men-

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