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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 118

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 118)
Language
German
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99 einem freien Denken, von einer selbstständigen Erhebung zur reinen Idee, von einem selbstbewußten, durch Rechenschaft über sich selbst vermittelten, begründeten Wissen kann bei ihm auch nicht im Entferntesten die Rede sein. Es ist schlechterdings unmöglich, daß ein Mann, dessen Anschauung grundtief in der Kabbalah wurzelt 39), dem Mystiker und blinde Glaubenshelden als höhere, von der Gottheit inspirirte Wesen erscheinen, der ein jedes allegorische Bild in buchstäblicher Auffassung nimmt, es ist unmöglich, daß ein Mann, der an Zahlenspielereien und mystischen Wörterbildungen Gefallen findet, der seiner Phantafie den weitesten Spielraum gönnt und in Visionen mit der Gottheit verkehrt, daß ein solcher Mann trotz seiner Begabung zu einem freien Gedanken und einer rein philosophischen Thätigkeit des Geistes sich hätte erheben können^). Menasse ließ sich von der allgemeinen Zeitströmung mit fortreißen und schloß sich mit seinen Werken in Materie und 39) Empfiehlt doch selbst der fromme R. Moses Chagis, der Sohn des als Präsident der Vega'schen Akademie in Jerusalem lebenden Jacob Chagis, den Coneiliador, obwohl nicht in hebräischer Sprache geschrieben. Allen zur Lectüre: msa d^adfi niöitöl idttj 15&d drmnn nspa idrotö - d^ddsan död xinnnxrt ... panna d^-'N^ n^rp ddn n-'Ntv sft *)d i'-ino iiidn ddnn dd^nw; nisan Vorrede .ifctdizpd rseidÄ rt>np ddnbnpa ddi vergl. desselben Verfassers nar< nBtö (Amsterdam 5467 =1707), 5a; dJTdto dnd'iamö hai ^-<dw^ *)d ntaaa d'dna di»wn ddn ddd ..didr^^^^^dsip aidd Kdpsn ndn di^pb 40) Hätte der verdienstvolle Jeitteles die Schriften Menaffe's gekannt, so hätte er M. gewiß nicht für „einen so gründlichen und aufgeklärten Kopf" gehalten (Sulamith, 3. Jahrg., 2. Bd., S. 411). Das Urtheil Huet's (Nnetiana 125): etait desabuse de plusieurs superstitions judai’ques et des reveries creases de la cabale“, ist entweder nicht im buchstäblichen Sinne zu nehmen, oder er hat, wie in seinen für christliche Leser bestimmten Schriften, so auch in seinen Unterredungen mit Christen seine kabbalistischen Ansichten nicht laut werden lassen. 7*

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