Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 117)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3138070-3138077-3138078--0405-3138495- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
98 zunächst des Pentateuchs, über den der erste Theil sich erstreckt, auszugleichen und durch Gründe den Widerspruch zu heben. Bewunderungswürdigen Fleiß verwandte er auf diese Arbeit, gesteht er ja selbst, daß sie ihm fünf Jahre gekostet habe! und jede Seite seines umfangreichen Buches liefert deutliche Beweise seiner immensen Belesenheit, sowohl in den heiligen wie profanen Schriften der verschiedenen Literaturen: hier Euripides und Virgil, dort Sohar und Midrasch, hier Maimonides und Leon Hebreo, dort Plato und Aristoteles, Scotus und Albert Magnus neben Gabirol und Nachmanides, Paul de Burgos und Nicolaus de Lira in einer Reihe mit Jsaac Luria und Moses Cordovero; — über 210 hebräische Werke und 54 griechische und lateinische, spanische und portugiesische Autoren sind allein in dem ersten Theile benutzt und angeführt; — die Art und Weise jedoch, wie er seine Aufgabe löste, bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Sowohl in dem Conciliador, als auch in allen übrigen, theologische und philosophische Materien behandelnden Schriften zeigt sich Menasse nur als gelehrter Compilator; nur höchst selten bietet er eine eigene, in ihm gereifte Idee; er begnügt sich damit, die heterogensten Meinungen seiner Vorgänger zu sammeln und pragmatisch neben einander zu stellen : ein eigentlich philosophischer Werth kann keinem seiner Werke beigelegt werden. Und Menasse wollte Philosoph sein, er hüllte sich gern in den philosophischen Mantel und nannte sich mit einer gewissen Selbstbefriedigung „Theologe, Philosoph und Doetor der Physik". Wenn eine Kenntniß verschiedener Philosopheme, wenn die Bekanntschaft mit einem Compendium der Geschichte der Philosophie allein schon ausreicht. Jemanden zum Philosophen zu stempeln, so dürfte Menasse ihnen allerdings zuzuzählen sein; von 38) Handschriftlich benutzte er an hebräischen Werken unter anderen: Magen David von David ben Simra, Magen Adot vou Simeon Duran, Jsaac Luria's Adam Cadmon und Jbn Latif's Schaar Haschamajim und Giuse Hamelech.