Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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56 nach Hannover zu schicken, oder selbst hin zu kommen. Sockel fuhr darauf nach Hause. Abends gegen 7—8 erschienen als Kuriere aus Hannover zwei Sergeanten^ Hutman und Radier. Sie überbrachten uns Briefe von unsern Frauen. Sie hatten Befehl bei uns zu bleiben und uns nach Hannover zurück zu begleiten, und von ihnen hörten wir, was zu Hause geschehen war. Hutman hatte dort die Wache gehabt. Die Sergeanten hatten in Hildesheim sich dahin verwendet, daß man uns ihnen sofort überliefere, aber die Regierung dort dies abgelehnt, und sie auf den andern Tag bestellt. Daher mußten wir auch diese Nacht hier schlafen. Mittwoch reiste Hutmann nach Hildesheim, um die Auslieferung zu bewirken. Gegen 10 Uhr kam eine Schaar Soldaten von Peine, ein Feldwebel und 22 Mann. Diese hießen uns ins Zimmer gehen, weil wir auf der Straße umher gingen, übernahmen die Wache, und die Bauern zogen ab. Gegen Mittag erschien ein Lieutenant aus Hildesheim mit der Ordre, wir sollten nach Steierwald gebracht werden; — was Nachmittags gegen 3 Uhr geschah. Vor unsrer Abreise dankten wir dem Amtmann für seine Güte, und bezahlten die Auslagen, und für die Bauernwache 40 Thlr. Abends waren wir in Steierwald, wo jeder von uns eine kleine schlechte Kammer erhielt mit einer Schildwache bestellt. Der Lieutenant blieb ebenfalls da, die hannovrischen Sergeanten hingegen dursten nicht zu uns kommen und mußten im Posthaus wohnen. Donnerstag 6 Nissan bekamen wir zwei Gardereiter; die Soldaten aus Peine erhielten die Wache nur bei den Wagen vor dem Amthaus, und mehrere derselben wurden entlassen. Den Kurier hatte man schon Mittwoch zum Bericht nach Hannover gesendet. Ihm hatten wir auch Aufträge an unser Haus mit gegeben.— Hillel und Salman Gans hatten sich in der Rathsstube Erlaubniß erbeten, zu uns zu reiten, und brachten uns Essen und Wein. Auch Seckel aus Hildesheim schickte Essen. Der Lieutenant durste nicht weichen. —