Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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46 bis wir herrschaftliche Pferde bekamen. Der Weg wär'aber so schlecht, daß 4 Pferde nicht zureichten, um uns, mich und den Unteroffizier und Salman fortzubringen, so daß ich, weil ich ohnehin Eile hatte, indem Morgen der Rüsttag zum Peßachfeste war, lieber noch zwei Reitpferde nahm, eins für den Verleiher der Pferde und eins für Salman. Damit verging die Zeit 'bis 5 — 6 Uhr. Mittlerweile hatte ich meinen Diener Hillel zu Eliah nach Dessau als Courier geschickt, und zwar mit dem Postillon, welcher uns befördert hatte, weil sonst kein Pferd zu haben war. Hillel traf aber den Eliah nicht zu Hause, indem dieser einige Meilen von der Stadt entfernt war, er ließ ihm daher meine Verhaftung melden und ihn ersuchen, sofort nach Dessau zu kommen. Unterdeß langte ich Nachts 2 Uhr ebenfalls in Dessau an. — Wiederholentlich fragte ich den Unteroffizier, wohin er mich bringen solle. Erst wollte er nichts sagen, dann entdeckte er mir, er solle mich auf die Kanzelei liefern. Ich aber vermochte ihn mit guten Worten zu bewegen, daß er mich an Eliah's Hausthür fuhr. Ich mußte jetzt in der Kutsche so lange sitzen bleiben, bis er vom . Commandanten zurückkehrte und mir die Ordre brachte, in Eliah's Haus einzutreten und mich zu erwärmen. Ich ließ mirs nun beim Kaffee wohl fein. Bald erschien der Hauptmann, welcher in Dessau als Commandant lag, und begrüßte mich, indem er hinzu fügte, er habe Befehl, mir ein Zimmer auf der Kanzelei einrichten zu lassen. Dahin begab ich mich mit Salman, von der Wache begleitet. Da hatte man mir ein Zimmer gleicher Erde auf den Hof hinaus angewiesen. Es war nicht sehr schön; hier mußte der Unteroffizier bei mir bleiben, und draußen ward eine Schildwach aufgestellt mit aufgeschrobenem Bajonet. Ein Lehnstuhl wurde mir aus Eliah's Hause geschickt und dazu etwas Betten. Hier saß ich nun bis 8 Uhr Morgens. Es war der Rüsttag zum Peßachfest. Eliah kam jetzt gefahren. Ich bat ihn, dafür zu sorgen, daß ich des Festes wegen in