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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 67

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 67)
Language
German
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47 seinem Hause den Arrest abhalten dürft. Der Fürst sei in Halle, er möge daher zur Fürstin nach Oranienbaum fich begeben und es bei ihr ausrichten ,' womöglich möge er Bürgschaft stellen, um mich frei zu machen, damit ich nach Leipzig reisen könnte. Eliah fuhr sogleich dahin. Um 10 Uhr kehrte n zurück mit dem Befehl , ich solle das Fest über in seinem -Hause im Arrest sem. Die Fürstin wolle einen Courier nach Halle senden und dem Fürsten schreiben; dies that auch Eliah. Darauf erschien der Commandant. holte mich von der Kanzelet ab, führte mich in Eliah's Haus und ließ da den Unteroffizier mit 3 Mann als Wache. Ich durste im Hause herumgehen, doch stets von dem Unteroffizier begleitet. Gegen Abend, kurz vor Anfang des Festes, empfing ich eine Staffelte von meinem Schwiegervater aus Halle, - welcher meldete, er habe den Fürsten gesprochen. Dieser fordere 2000 Thäler, dann solle ich frei sein. Eliah war aber der Meinung, es sei erst die Antwort des Fürsten an seine Gemahlin und an ihn abzuwarten. Während dessen fertigte ich eine Staffelte nach Halle ab, an Mardechai Halle, welchen ich bat, in Leipzig mit auf meine Sachen ein Auge zu haben, worin ihm mein Cassier Jechiel Halle Beistand leisten werde. Auch an meinen Schwiegervater sandte ich eine Staffelte nach Leipzig mit Briefen für Hannover, damit meine Frau, die im Kindbett lag, nicht erschrecke. Hieraus machten wir Fest und gaben den Seder (d. h. begingen die Abendfeier) nach Vorschrift und Brauch und waren dabei recht lustig, bis 11 Uhr in der Nacht. Ich war sehr ermüdet, noch von der Nachtfahrt und vom Fasten an der Stelle meines Sohnes Jakob*), ging daher zeitig zu Bette. *) Der Vater fastet am Rüsttage zu Peßach, wenn der Erstgeborne moch zu jung ist.

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