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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 65

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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45 widerte: Ihr werdet nach Dessau gebracht werden; ich will nur zuvor einige Sachen fertig machen. — Ich bemerkte ihm, er möge sich wohl vorsehen, daß er sich nicht an einem Unrechten vergreife, indem ich in königlichen Geschäften reise, auch herrschaftliche Gelder bei mir führe. Ueberdies sei ich königlicher Beamter, und es könne dies Folgen nach sich ziehen. — Der Amtmann sagte hierauf: er irre sich gar nicht, und habe nichts weiter zu thun, als seines Fürsten Befehle auszuführen, welcher das Weitere ausmachen werde. — Ich schlug vor, daß ich 10, 20 oder selbst 30,000 Thlr. als Caution geben und mich nach der Messe stellen wollte, da meine Ehre und mein Ruf dabei betheiligt seien, daß ich mich in Leipzig einfinde. Aber er blieb dabei, er könne nur seiner Ordre nachleben. Zudem habe er keinen Befehl, mein Geld oder Gut anzuhalten, sondern nur meine Person. Ich sollte nur meinen Wagen und Kutschen nach Leipzig senden. Er werde wich mit einem Wagen nach Dessau fahren lassen. Allein ich sagte, das ginge nicht an, wo ich sei, müßten auch meine Güter sein. — Er wollte für Alles einstehen, ich möchte die Sachen hier lassen, oder mit einem Bedienten die Wagen nach Leipzig schicken. Ich erwiderte: ich wolle meine Kutsche bei mir behalten. Und so blieb es denn, und er begab sich auf's Amt. Als mein Schwiegervater sah, daß ich nach Dessau gebracht werden sollte, wir aber vernahmen, daß der Fürst von Dessau in Halle sei, um da Heerschau zu halten, so fuhr jener mit Salman Dd. nach Leipzig, und ich fertigte meinen Bedienten Ber mit zwei Wägen Geld nach Leipzig ab, behielt dagegen Salman Gans bei mir. Salman Dd. trug ich auf, in Halle mit dem Fürsten ausführlich zu sprechen und dafür zu sorgen, daß ich bald losgegeben werde, weil ich durchaus nach Leipzig müsse. Mit Salman Gans zurückgeblieben, ließ ich den Soldaten so viel sie wollten, zu trinken geben. Die Zeit ging so hin bis 3 Uhr, ehe der Amtmann alles geordnet hatte. Man fuhr uns dann eine halbe Stunde weiter,

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