Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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36 2 Qnatrini. Der Vorsänger brachte mir umsonst Myrthe und Weide ins Haus. Schaaf- und Ziegenlämmer sollen schön und gut, auch in Menge zu haben sein; man bezahlt das Stück mit 1 Mocenigo80) und darüber, nach der Größe. . Wer davon kaufen will, muß eins für sich allein oder für 2 Familien nehmen, denn die Hinterviertel kann man nicht verkaufen. Allein für jetzt ist noch nicht die Zeit. Es heißt, sie kommen erst Ende dieses Monats. Bis dahin essen die Juden nur Hammel- oder Schaas- oder Ziegenfleisch. Ich habe berechnet, daß das Pfund 6—7 Quatrini kostet, Ochsenfleisch 9 Quatrini: es wird aber theurer durch die Thiere, welche trefa werden. In Eonstantinopel, Salonichi, Eandia und hier in Cypern üben die jüdischen Schlächter das Einblasen in die Lunge, um nicht zu viele Thiere für untauglich zu erklären, und fast alles Geschlachtete heißt da Vieh für Jsraeliten. Der Honig hier ist fett und schwarz, man verkauft das Pfund für 2 Qu. Wer Arzneikunde übt, hat es gut, denn die Griechen halten die Juden für gute Aerzte. Allerdings zahlen sie das gewöhnliche Gehalt von 200 Zecchinen nur einem christlichen Arzte und ein Gehalt zahlen die Söldlinge ihrem Arzt nämlich ungefähr 120 Quatrini für den Mann jährlich; es sind also nur 2 Aerzte fest angestellt; aber es sind hier auch zwei jüdische Aerzte, ein Portugiese und ein Römer, welche sich sehr gut stehen. Sie werden vom Volke sehr geachtet, tragen auch einen schwarzen Hut mit einem gelben Fleck daraus, wie ein Geldstück groß, was keinem Juden gestattet wird, denn diese müssen eine ganz gelbe Mütze tragen, wie in Venedig. Das Waschgeld ist hier bedeutend, man fordert doppelt so viel als gewöhnlich in Venedig gezahlt wird. 30) S. oben S. 15.