Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Mein Sinn wendet sich nicht dem hiesigen Volke zu; es besteht aus lauter eigennützigen, verschmitzten Leuten, die für Niemand Freundschaft hegen; eiteles, geschäftiges Gesindel, ohne alle Gottesfurcht. Darum begrüßte auch er mich mit Freude. Das Haus^), worin ich wohne, stößt an sein Haus; wir haben einen gemeinsamen Eingang, und keiner von uns geht hinaus, außer zur Zeit des Gebetes. Schwer wird mir die Trennung von ihm während der Zeit eines Monats, den er in Venedig zuzubringen gedenkt; Gott führe ihn im Wohlsein wieder in sein Haus zurück! Amen. Zum Herrn flehe ich inbrünstig, er möge würdige Männer in Italien anregen, daß sie sich entschließen, hier sich anzusiedeln. Sie können für sich und ihre Nachkommen nichts Besseres thun. Wer nach Famaugusta zieht, darf gewiß sein, gute Nahrung zu finden und Zeit zu gewinnen, Gott zu dienen mit Dank- und Lobgesang. Nicht blos ernähren sich Alle, die hier leben, wie einst unsere Urvater von Manna, sondern wenn Einer sich darnach sehnt, in den Vorhöfen Gottes zu wandeln und in Jerusalem oder Safet zu wohnen, so kann er es leicht ausführen. Er darf nur seine Geschäfte so ordnen, daß er sein Geld hier arbeiten läßt und von den Zinsen dort lebt. — Mir selbst ist sehr leid, daß ich hier einsam bin, denn hätte ich einen zuverlässigen Freund, der hier wohnen wollte, so würde ich ihm eine sehr angenehme Stellung verschaffen und ginge wohl mit Zurücklassung eines Theils der Meinigen, im nächsten Jahre auf den Oelberg, um mein Gelübde zu lösen, und „der andere Theil meines Lagers wäre dann meine Zuflucht." Jetzt will ich noch die Licht- und Schattenseiten dieses Landes darstellen, wie Ich solche als Augenzeuge kennen gelernt habe, damit du darnach deine Wahl treffen könnest, und Gott sei mit dir! — Die Christen, welche in Cypern, Candja, 27) Die Urschrift ist hier fehlerhaft.