Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 51)
- Language
- German
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30 nehmen, auch nicht höhere Summen als 50, und nicht unter 3 Scudi austhun. Uebrigens fordert bisweilen der vermittelnde Mäkler auch noch besonders viel Makelgeld, so daß die Schuldner wohl mehr als 20 Proc. zahlen, und niemand kümmert sich darum. Die Leute sind doch froh, aus Pfänder, wenn es nöthig ist, baar Geld zu erlangen. ..Die Handwerker haben alle Silber und Geschmeide, denn sie sind sämmtlich reich. Hier traf ich den berühmten Gelehrten R. Eliese.r Aschkenasi^), welcher auch meine Briese nach Venedig mit- 25) Elieser b. Ella war früher nach der Hauptstadt Aegyptens gegangen und wie es scheint, jetzt nur zeitweilig in Famaugnsta. Er hatte in jener classischen Zeit einen sehr großen Namen und fand später erst in Cremona, dann bei deutsch-polnischen Gemeinden ehrenhafte Aufnahme. Er setzte sich ein schönes Denkmal durch seine Schriften, namentlich seinen Comm. zu Esther und seine Bemerkungen zu den geschichtlichen Stücken der h. Schr. — Er starb als Rabbiner in Krakau 1586. Bei der Sucht unserer heutigen Literatoren, in den früheren rabbinischen Werken, welche einen Anstrich von Philosophie, Grammatik und Sprachkunde, ja auch wohl von Naturforschung an sich tragen, ganze Schätze tiefer Weisheit entdecken zu wollen, können wir nicht umhin, hier eine auch sonst anwendbare Bemerkung zu machen. Bon Eliesers Schriften find uns fipb zu Esther, und das n NMQ zugänglich, welches er in Gnesen 1580 schrieb und welches in Venedig 1583 in Fol. erschien. Es haben jedoch diese Werke lediglich historische Wichtigkeit, um als Beweis für den traurigen wissenschaftlichen Standpunkt eines der gefeiertsten Rabbiner zu dienen, welchem aus allen Enden der Erde Anfragen zugingen, weil man ihm, ohne Zweifel mit Recht, umfassende Kenntniß seines Faches zutrauete. Wenn man die obigen äußeren Kenntnisse bei ihm sucht, wird man sich sehr getäuscht sehen. Verstand er die 12 Sprachen nicht besser als das Griechische, so genügt seine Erklärung der Wörter und im 24. Kap. des 3. Abschn. Bl. 122 Col. 3, um darzuthun, daß er keinen Begriff vom Griechischen hatte. Und seine Naturkunde giebt sich ebenfalls in der Schöpfungsgeschichte arge Blößen, verglichen mit andern, sogar jüdischen Werken aus der Reformationszeit. So vertheidigt er auch gegen die vielen jüdischen Zweifler das Dasein böser Quälgeister und beruft sich