Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1860
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 174)
- Language
- German
- Belongs to
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176 Daß auch in Helmstedt um diese Zeit Juden wohnten, geht daraus hervor, daß der oben erwähnte, 1345 von dem Herzog Magnus in Braunschweig aufgenommene Jordan, wie die Urkunde nachweist, aus Helmstedt war. H am ein war bereits 1335 von Juden bewohnt. In einem aus Joh. de Polda Chron. Hamel. von Leibnitz in den Scriptores rer. Brunsv. II, 515 mitgetheilten Privilegium, welches der Herzog Ernst in Eimbeck jener Stadt am 10. Mai genannten Jahres 14) verlieh, heißt es nämlich, daß jeder Jude, welcher in der Stadt Hameln sich aufhält oder aushalten wird, dem Herzoge zu keinem Dienste, sondern der Stadt nach deren bürgerlichen Rechten verpflichtet sein sollte. Osnabrück wird unter denjenigen Ortschaften angeführt 15), in welchen die Juden im Jahre 1350 in Folge der Beschuldigung, die Brunnen vergiftet und dadurch den schwarzen Tod veranlaßt zu haben, ermordet wurden. Daß dieses auch in Ansehung der Juden in Lüneburg, welche in der Altstadt auf der nach ihnen benannten Straße (jetzt die alte Judenstraße auf der Altstadt) gewohnt und eine besondere Synagoge unterhalten hatten, der Fall gewesen sein wird, scheint keinen Zweifel zu leiden, denn 1351 erließ Herzog Erich der Jüngere zu Sachsen den Rathmannen, den Bürgern und der Gemeine dieser Stadt ihre Schuld wegen Todschlags der Juden 16). ' Es müssen demnach solche bereits im vierzehnten Jahrhunderte in Osnabrück wie in Lüneburg gewohnt haben. In letzter Stadt kommt sogar schon im Jahre 1326 ein Jude, Namens Meyger (Meyer?) vor, welchem die Gebrüder Bar zu Lüneburg am 1. April des genannten Jahres ihren Hof zu Boltersen verkauften. (Vgl. Sudendorf, Urkundenbuch I, 228.) Der Juden in Eimbeck geschieht in einer Urkunde aus dem Jahre 1355 Erwähnung und müssen dieselben dort schon in ziemlicher Anzahl gewohnt haben, da fie bereits eine Judenschule (Synagoge) besaßen und eine Straße nach ihnen