Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 136

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1860
Issue
Heft 1
Date
1860-01-01
Page
Seite 136 (sequence 137)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3138070-3138071-3138072--0139-3138229
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

136 Bei dieser Übersetzung, welche also nicht aus Judenfreundlichkeit, sondern aus politischen Gründen von den ersten Ptolomäern angeordnet ward, mußte man, um auf keiner Seite hin zu verstoßen, und den Antagonisten nicht den geringsten Anhaltspunkt zu einer Verdächtigung zu lassen, die größte Sorgfalt und Vorsicht gebrauchen. Der Lieblings- und Ehrenname des ersten Ptolomäers war eigentlich Soter, der Name Lagus war ein ihm weniger wohlgefälliger Name; denn Ptolomäus I., Sohn des Lagus, eines macedonischen Großen, galt allgemein für einen natürlichen Sohn des Königs Philipp II. Die Machthaber, welche auf dem Throne sitzen, sehen es gerne, wenn man sie vom königlichen Geblüte abstammen läßt, daher wichen die jüdischen Uebersetzer dem Ausdrucke Xctyag aus und schrieben lieber ÖoHjvnovg. Zur Rechtfertigung des Talmuds Megila 9, der sich an dem hebräischen Ausdrucke rQJIX hält, und dafür mw oder schreiben läßt, möge folgende Bemerkung dienen. Die Weiber dieser Regierung hatten einen großen Einfluß auf das Schicksal des Reiches. Sie erhielten eine immer größer werdende Bedeutung, und , entstand ein eigentliches Weib«)erregiment7 Kelches, wie in Syrien, mit der herrschenden Sittenlosigkeit zusammenhing, und dem welche in der Folge sehr verderblich ward. Die berüchtigte Thais, welche Ptolomäus nach Alexanders Tode nahm, soll die Verbrennung von Persopolis bewirkt haben. Nun hatte Ptolomäus vier Gemahlinnen. Von seinen Kindern, deren elf waren, erhielten die der Berenice den Vorzug, obgleich sie dem Alter nach den Andern hätten nachstehen sollen. Ptolomäus II., der Sohn der Berenice, ward von dem Vater mit Verdrängung des Erstgeborenen, Ptolomäus Keraunos, eines Sohnes der Euridike, zum Nachfolger ernannt. Um dem zum Reichserben ernannten Sohn den Besitz des Thrones zu sichern, erhob der König ihn schon bei seinen Lebzeiten zur königlichen Würde, und veranstaltete zur Feier seiner Erhebung ein Fest, welches durch Glanz und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.