Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1860
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 133)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Widerlegung an, stand bei Palästinensern und Babiloniern in fast noch höherem Ansehen als die 70, und doch ist es Niemandem eingefallen, ihr Entstehen durch den Pomp eines königlichen Mäcenats zu verherrlichen. 2) erzählt Philo, daß die Juden Aegyptens den Tag, an welchem die Uebersetzung vollendet war, noch zu seiner Zeit alljährlich auf der Insel Pharos festlich zu begehen pflegten. 3) galt der Tag der Uebersetzung, nach Soserim 1, 7, als ein Trauertag. Dieser Umstand setzt ein, mit einem Male eingetretenes, für wichtig gehaltenes Faktum voraus. 4) ist nicht weniger Gewicht auf die Umschreibung des Wortes mna durch daavnovg: anstatt lay&g zu legen, welche Umschreibung die talmudischen Nachrichten aus Rücksicht für die Lagiden erklären. Herzfeld beruft sich noch darauf, daß man unter den ersten zwei Lagiden noch gar nicht das Bedürfniß haben konnte, für die Synagoge, wie Frankel behauptet, eine griechische Uebersetzung zu besitzen, da das Hebräische damals noch ihre Muttersprache war. Unterliegt es aber keinem Zweifel, daß diese Uebersetzung auf Veranlassung eines oder der beiden Lagiden veranstaltet ward, so bleibt noch die unabwendbare Untersuchung nach dem Motive, welches sie dabei hatten. Oder kann man mit Dr. Grätz alle frühern Ansichten, Quellen und Berichte denn wirklich über Bord werfen und zu der Judensreundlichkeit des Philometer seine Zuflucht nehmen, um ihn zum Urheber der Septuaginta zu machen. Die objektive Geschichtsforschung warnt uns dagegen. 2. Der Vorsatz, sich von der vorgefaßten bisherigen Meinung loszumachen, als ob Achtung für das jüdische Schristthum und Liebe zu den Besitzern desselben den Besitz und das Verständniß des Erstern den Ptolomäern wünschenswerth machte, und die Version in's Leben rief, soll uns auf den rechten Weg führen. Denn im andern Falle gewinnen wir mit Nichten