Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1860
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 132)
- Language
- German
- Belongs to
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131 -aus der heiligen Schrift vorlesen und die Unterschiede zwischen Juden und Samaritanern angeben. Aristobul, Aristeas und Soserim wissen von einer noch frühern Uebersetzung. Brachte aber einmal die Sage den Demetrius mit einer Bibelübersetzung in Verbindung, so mußte Aristobul, sobald er Grund zu haben meinte, diese erste Uebersetzung vor Alexander und die Perser hinauf zu rücken, nothwendig die unter Philadelphus erfolgte auf Demetrius zurück führen. Aber auch dieser Ausgleichungstheorie ist Herr Dr. Grätz mit einer gewichtigen unabweisbaren Frage entgegen. Es ist in der That merkwürdig, sagt dieser Gelehrte, daß, obwohl die Kritiken den .ganzen Aristeas mit Recht als fabelhaft verwerfen, sie noch immer — doch nur aus dieser sagenhaften Quelle des Aristeas — das Faktum festhalten, die Septuaginta sei zur Zeit des Philadelphus entstanden. Aber während man nicht den Schatten eines Beweises, weder für die Judenfreundlichkeit dieses Königs, noch überhaupt für eine, einem solchen Unternehmen günstige Zeitlage hat, übergeht man einen König, dessen Zuneigung zu den Juden und dessen Bekanntschaft mit der jüdischen Literatur historisch beurkundet ist. Die Septuaginta ist nach Dr. Grätz auf Veranlassung des Ptolomäus Philometer entstanden. Diese Einwendung würde ihr ganzes Gewicht verlieren, wenn man mit Herrn Dr. Frankel behaupten könnte, daß nicht eine königliche Ordonnanz, sondern das Bedürfniß der Synagoge und Gemeinde die Veranlassung einer griechischen Uebersetzung war. Allein mit dieser Behauptung kann sich kein Kundiger befreunden. Denn 1) wäre die Uebersetzung nicht gewissermaßen auf höheres Verlangen, sondern allmälig durch die Arbeit der alexandrischen Meturgemin in's Leben getreten, wie Frankel in den Vorstudien behauptet, so wäre schwerlich ein Schriftsteller darauf gefallen, das Hauptfaktum nicht nur zu erfinden, sondern es sogar solchen Lesern vorzuführen, die gerade am Besten im Stande waren, es als ein Fantasiestück zu beurtheilen. Das nramäische Targum des Pentateuch führt man mit Recht als 9*