Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1860
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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47 glucks wissen. Dort ist es wenigstens viel leichter für sie, einen Mann zu finden, als hier. Und dann, wenn ich sterbe, während sie heranwächst; — das ist sogar höchst wahrscheinlich, mein Leib ist von Jahren und Leiden entkräftet, — wer möchte sich dann in dieser mir fremden Gegend, der so jungen Person, annehmen? Nein, es ist unmöglich, sie muß dort bleiben. Ich gab zu, daß dies sehr richtig sei. Meine Bekannten wunderten sich oft, daß ich stundenlang mit dem alten Soldaten umging. Sie konnten mein seltsames Verhalten nicht begreifen, als ich einst mich aus ihrem heitern Gelage entfernte und hinging zu dem Strafnoi, von dem sie erfahren hatten; sie folgten mir heimlich und waren neugierig zu wissen, warum ich ihn ihnen vorzöge. Ich kümmerte mich nicht um ihre Späße und spitzen Reden und ließ sie in der Unwissenheit, weil ich, durch Gespräche über ihn vor zerstreuten und unverständigen Zuhörern, die sich nur citeln Vergnügungen hingeben, das erhabene Unglück nicht entweihen wollte. Meine Geschäfte in Z. gingen zu Ende. Mich verlangte, mit ihm zusammen zu sein. Wir unterhielten uns von allerlei. Ich mußte den nächsten Morgen früh abreisen. Die Zeit des Abschiedes rückte heran. Ich danke euch, mein junger Freund, sprach der Alte gerührt, meine Hand nicht lassend, ich danke euch für eure Theilnahme, für eure uneigennützige Freundschaft. O, um Gotteswillen, danket nicht, rief ich, es kommt mir zu, euch zu danken, ich habe viel von euch gelernt, vieles erfahren .... Nein, eure Freundschaft werde ich nie vergessen, erwiderte er; ihr habt eure freien Stunden einem einsamen Greise gewidmet, ihr habt eine Zeit mit ihm verbracht, die ihr im Kreise heiterer Gefährten und Freunde hättet verleben können. Das ist für die Jugend ein großes Opfer. Ihr brachtet mir Trost und ließt mich oft, wenn auch nur auf Minuten, mein