Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
- Issue
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 161)
- Language
- German
- Belongs to
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149 teils für den Cantor, teils für den zweistimmigen Knabenehor und für den Gemeindegesang niedergelegt. Hierin liegt eigentlich die grosse Bedeutung Lewandowskis. Er war weniger darauf bedacht, die Gemeinde in Staunen und Bewundern zu versetzen, als sie zu erheben und zu erbauen, mit Andacht und Verständnis für den Inhalt des Gebetes zu erfüllen und zu erwärmen. Er bestand entschieden auf der Mitwirkung der Gemeinde in den einstimmigen Gesängen und Responsen. Wo es an einem Chor mangelte, sollte und konnte nach Lewandowski die Gemeinde den Chor ersetzen und dadurch den Gottesdienst, zumal er bei uns oft viele Stunden dauert, abwechslungsreicher, harmonischer und eindrucksvoller gestalten. Vor allem aber kämpfte er unerbittlich für die Pflege, Erhaltung und Entwicklung der traditionellen Gesänge und machte Front gegen die damalige Unsitte, fremde Lieder in den Kultus hineinzutragen, die weder jüdisch waren, noch zum Texte passten und von Nichtkennern, bewusst oder unbewusst, in die gottesdienstlichen Gesänge eingereiht wurden. So sagt er wörtlich in seinem Vorwort zum Kol Rinnah u-tefilah: „Der musikalische Ausdruck für unsere Gebetweise ist ein heiliges Erbe, geschaffen ohne kritische Untersuchung und musikalische Bildung, einzig und allein der fromme unmittelbare Erguss heiligster Inspiration. Und wenn wir auch die Sprache unserer Väter verlernt haben, das Verständnis für ihre und unsere herrlichen Tonweisen müssen wir wieder gewinnen.“ Nachdem Lewandowski die grossen Konturen des synagogalen Gesanges im Kol Rinnah utefilah vorgezeichnet hatte, gab er dann für die grossem Gemeinden und für alle Gelegenheiten des jüdischen Gottesdienstes das ausserordentlich umfangreiche Werk: Tod ah W’Simrah I. und II. Teil mit vierstimmigen Chören heraus. Und man darf es ruhig sagen: Trotz der Popu-