Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
- Issue
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 160)
- Language
- German
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Lewandowski’s Bedeutung für den synagogalen Gesang. Die Leistungen Louis Lewandowskis für die zeitgemässe Behandlung des traditionellen synagogalen Gesanges dürften über die Fachkreise hinaus nur wenigen bekannt sein. Aus Anlass seines 100. Geburtstages sei deshalb ihm, dem grossen Künstler und Meister der jüdischen Tonkunst, inmitten des jüdischen Jahrbuches, ein Blatt dankbaren Gedenkens geweiht. Lewandowski, geboren zu Wreschen, in der Provinz Posen, am 3. April 1821, kam als 12-jähriger Knabe nach Berlin, um die Schulen zu besuchen und sich in der Musik gründlich auszubilden. Als Chorknabe in der „Alten Synagoge“ erwarb er sich durch seine prachtvolle Sopranstimme und warmen Vortrag bald die Pierzen zahlreicher Freunde und Gönner. Er stieg bald zum Solisten im Chore empor, und kaum 19-jährig ward er schon zum Chordirigenten der Berliner jüdischen Gemeinde berufen. Als Komponist genoss er auch in nicht jüdischen Fachkreisen grosses Ansehen. Im Jahre 1866 wurde er zum Königlichen Musikdirektor und anlässlich seines 50-jährigen Künstlerjubiläums zum Professor ernannt. Sein erstes Werk, an dem er mehr als 20 Jahre gearbeitet, gab er im Jahre 1870 heraus. Es trägt den vielsagenden, aber durchaus gerechtfertigten Titel „Kol Rinnah U-Tefilah“ (Die Stimme des Gesanges und Gebetes). Hier hat Lewandowski die traditionellen Gesänge gesammelt, in ein modernes Gewand gekleidet und