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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1921-01-01 · 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921) · p. Seite 114

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
Issue
6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 114 (sequence 122)
Language
German
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IRI
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114 sie den Begriff Religion zu ermitteln, führt er hierfür ein anderes Mittel, sozusagen ein anderes Werkzeug ein und dieses Werkzeug heisst Vernunft. „Wenn es daher“ .. . einer andern Quelle bedarf, „so kann diese andere Quelle nur durch das Wort ausgedrückt sein, welches in dem Titel unseres Buches die Vernunft bietet.“ (S. 5.) „Die Vernunft soll die Religion unabhängig machen von den Beschreibungen der Religionsgeschichte. Der Begriff der Vernunft soll erst den Begriff der Religion erzeugen.“ (S. 3.) Aber, was ist das für eine Vernunft? Was ist überhaupt Vernunft? Etwa das menschliche Bewusstsein? Wenn das Cohens Meinung wäre, so hätte er sein Buch nicht geschrieben! Er wäre damit ein Nachtreter der oben erwähnten Aufklärungs- und Popularphilosophen, ein Abschreiber, ein Wiederholer geworden. Cohen war wahrlich der Mann nicht, andere zu wiederholen! Dass Vernunftreligion und Religion der Vernunft nicht einerlei; dass vielmehr eine Kluft zwischen ihnen liege, hat der mit- und nachdenkende Leser aus Gesagtem bereits eingesehen. Die Vernunft als Religion, schöpferisch, erzeugend in ihrer Ursprünglichkeit und Reinheit ist nicht das menschliche Bewusstsein, nicht das, was man im landläufigen Sinne Vernunftreligion heisst. Es erübrigt sich noch, diese die Religion erzeugende Vernunft mit einigen Merkmalen zu versehen, damit wir sie erkennen und nicht verwechseln, so oft die andere, die Bewusstseinsvernunft, sich an ihre Stelle drängt und ihr den Rang abzulaufen droht. Überlassen wir in dieser so wichtigen Angelegenheit dem Philosophen selbst das Wort. „Den unmittelbaren Gegensatz der Vernunft bildet die Sinnlichkeit, die in den Grundzügen dem Menschen

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