Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
- Issue
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 115)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3135693-3135702--1539-3137266- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums. Ein literarisches Ereignis, das seinen gewichtigen Inhalt in die Jahrhunderte hftieinzutragen berufen ist, heftet sich an die hier tiberschriebenen Worte. Unter diesem Titel hat der Marburger Philosoph, Hermann Cohen, sein letztes literarisches Vermächtnis zusammengefasst und es der Nachwelt hinterlassen. Es ist dem Meister nicht beschieden gewesen, das Werk seiner Hochreife der Welt persönlich zu überreichen. Einige Zeit vor dem Erscheinen des Buches ist Hermann Cohen zur ewigen Ruhe heimberufen worden. Die verwitwete Gattin hat gemeinsam mit einigen Gelehrten von Ruf, Schülern und Freunden ihres Mannes, den literarischen Schatz gesichtet, geordnet, ihn druckbereit gestellt und in einem 629 Seiten umfassenden Buche der Welt geschenkt. Dass wir das Erscheinen dieses Buches ein Ereignis nennen, darf nicht als eine hyperbolische Redefigur gelten. Die Wertung von Geistestaten in der Qualität eines Hermann Cohen kann nicht leicht in Übertreibung ausarten. Im Gegenteil, wenn man viel gesagt zu haben glaubt, beschleicht einen hinterher das Gefühl, zu wenig gesagt zu haben. Denn der Aussenstehende bekommt ja nicht Cohen, sondern bloss ein Referat über Cohen. Eine Geistesgrösse dieser Potenz aber kann sich nur in unmittelbarer Mitteilung — und auch da nur unter gewissen Voraussetzungen — in ihrer ganzen Fülle offenbaren. — Was wir hier aus erwähntem Buche geben können, und dieses