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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1921-01-01 · 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921) · p. Seite 52

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
Issue
6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 52 (sequence 54)
Language
German
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…/3135693-3135702--1478-3137205
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52 Als Karl V., der Kaiser von Deutschland und König von Spanien war, mit seiner mächtigen Flotte nach Algier kam, stand die jüdische Gemeinde angstvoll versammelt am Hafen; bange Furcht beherrschte sie und sie zitterten bei dem Gedanken, dass sie nun das gleiche Schicksal treffen könnte, wie die Juden, die aus Spanien vertrieben worden waren. Da beruhigte sie ihr Rabbiner, der ein grosser Kabbalist war. Er warf einen Scherben, auf welchem der Gottesname stand, ins Meer. Da fing es an zu wallen und zu brausen, hoch gingen die Wellen, und das Schiff des Kaisers, das schon in den Hafen eingelaufen war, wurde herausgedrängt und die mächtige Flotte in alle Winde zerstreut. In einem Briefe, den der Baal Schern an seinen Schwager, der damals im heiligen Lande wohnte, gerichtet hat — es war ein Brief, der den Adressaten nicht erreicht hat, da der Bote nicht an seinen Bestimmungsort kam —, erzählt der Baal Schern, wie seine Seele vermöge des geheimnisvollen Gottesnamens sich in den Himmel emporgeschwungen und wie er dort die Seelen der Abgeschiedenen getroffen habe, die er im Leben kannte. Auch den Messias habe seine Seele erkannt und gefragt, wann er kommen werde, die Welt zu erlösen. Dieser aber habe ihm geantwortet: „Er werde erscheinen, wenn die Lehre des Chassidismus sich auf der Welt ausgebreitet haben werde.“ Einmal, so erzählten die Chassidim, war der Baal Schern in den Selichostagen sehr aufgeregt. Er weinte und schluchzte viel, ass wenig und schlief gar nicht. Mit herzzerreissenden Worten bat er am Rosch Haschono die Gemeinde, Busse zu tun, denn ein grosses Unheil bedrohe das jüdische Volk. In höchster Aufregung verging der Jom Kippur. Als aber der grosse Tag vorüber war, wurde der Baal Schern fröhlich und erzählte, dass seine Seele vermöge des geheimnisvollen Gottesnamens während des

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