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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1921-01-01 · 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921) · p. Seite 51

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
Issue
6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 51 (sequence 53)
Language
German
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51 viele Adepten innerhalb und ausserhalb des Chassidismus hat, und deren Literatur in eine Zeit hinaufreieht, in welcher es noch keinen modernen Chassidismus gab. Die Kabbala geht von der Überzeugung aus, dass die Thora neben dem Wortverstande ihrer Lehren noch Geheimnisse birgt, die sich nur durch mühselige Forschung erschliessen lassen. Den Männern dieser Geistesrichtung scheint es undenkbar, dass die Thora z. B. von Ismael und Hagar, von Esau und Laban um dieser Gestalten selbst willen erzähle. Vielmehr sind diese Berichte nur die Hülle für erhabene und bedeutsame Gedanken, die in ihnen enthalten sind. Das Hauptwerk der Kabbala ist der Sohar, wörtlich Glanz oder Lichtstrahlen, ein Werk, das viel angefeindet worden ist und das in seinem Kerne, wenn es wohl auch spätere Zusätze enthält, einem der grössten Lehrer der Mischna, Rabbi Simon ben Jochai zugeschrieben wird, der, wegen seines Freimuts von den Römern verfolgt, dreizehn Jahre sich in einer Höhle verborgen hielt und in der Einsamkeit dieses Werk verfasst hat. Der Sohar beschäftigt sich vielfach mit der Welt der Engel und der Geister und mit den geheimnisvollen Namen des allmächtigen Gottes. Wir kennen nur den Gottesnamen, der aus vier Buchstaben besteht, und den nur der Hohepriester am Versöhnungstage, wenn er das Allerheiligste betrat, aussprechen durfte. Die Kabbala kennt auch einen Gottesnamen, der 42 Buchstaben enthält. Den Begründer des Chassidismus nannte man Baal Schern, weil man glaubte, dass er vermöge des geheimnisvollen Gebrauches des Gottesnamens (Schern), Wunder tun könne. Von solchen Wundern, die durch den Gebrauch des Gottesnamens verrichtet wurden, erzählte schon vorher gern der jüdische Volksmund. So wurde z. B. berichtet:

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