Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 244)
- Language
- German
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238 sagten: Sie setzten ja noch hinzu: von Ihrer Taufe an bis heute!“ „Na, das sagte wohl ich!“ schmunzelte Wenzel. „Auch möglich!“ sagte Bandmann. „Damit ist der Zwischenfall wohl erledigt! — Also nun wieder zu besagten Paradiesäpfeln. — Sie Herr Boruch, hätten also religiöse Bedenken gegen die Verwertung der stengellosen Früchte?“ „Ohne Stengel sind die Früchte nicht zu gebrauchen! — Kein Mensch würde sie mir abkaufen, weil man doch nicht mit ihnen beten kann.“ „Was sagt der Kläger dazu?“ „Es kommt auf diesen Punkt gar nicht an“, sagte Hank, der das Bedürfnis verspürte, eine etwas weniger passive Rolle zu spielen. „Ich will darauf gar nicht eingehen; ich persönlich verstehe ja davon nichts, aber —“ „Was?“ fuhr Boruch dazwischen. „Sie verstehen nichts davon? Und dabei ist doch der alte Leiser Kahn selig Vorbeter gewesen im Tempel in Wongrowitz!“ „Ich bitte mich gegen Insulten zu schützen!“ rief Hank. „Herr Boruch!“ sagte Bandmann ernst. „Unterlassen Sie die Unterbrechungen und lassen Sie Ihre ungehörigen Bemerkungen gegenüber dem klägerischen Herrn Prozessbevollmächtigten. — Der selige Leiser Kahn aus Wongrowitz geht weder das hohe Gericht etwas an, noch den Herrn Rechtsanwalt Hank — Verstanden?“ „Aber der Rechtsanwalt Kahn — Hank — weiss doch ganz gut — jeder Jude weiss doch — “ „Ich bin Protestant, — wenn Sie nichts dagegen haben!“ sagte Hank scharf. Boruch sah ihm ins Gesicht und wurde auf einmal ganz ruhig. „Ich habe nichts dagegen!“ sagte er dann und trat zurück. „Ich habe nicht gewusst, dass der Anwalt von dem Herrn Pfeffer getauft ist!“