Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 239)
- Language
- German
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233 wälte stürzten mit ihren Akten hinaus und Wenzel und Hank nahmen ihre Plätze ein. „Die sechste Sache auf dem Zettel!“ sagte der Justizrat. „Nr. 286 — Pfeffer gegen Boruch.“ „Ich sehe schon“, sagte der Vorsitzende, den Blick flüchtig über die Parteien schweifen lassend und nahm die Akte aus der Hand des einen Besitzers. „Das ist die Sache mit den Paradiesäpfeln, die Erisäpfel geworden sind. Die Milch der frommen Denkungsart hat sich in gärend Drachengift verwandelt. — Herr Referendar Lehnsen — das ist ja Ihre Sache! Führen Sie, bitte, das Protokoll!“ „Die Sache ist wohl spruchreif“, sagte Justizrat Wenzel. „Sie ist ausführlich schriftlich vorbereitet; müssen wir noch mündlich vortragen?“ Die Herren haben sich mit aller dem Ernst der Sache entsprechenden Ausführlichkeiten in ihreu Schriftsätzen über den Gegenstand verbreitet“, sagte der Direktor. „Da können wir die Reden wohl als genossen annehmen und nach Lage der Akten entscheiden.“ „Ich hätte doch noch einiges anzuführen“, rief Hank. „Also — richtig! Ihr Mandant ist ja persönlich anwesend.“ „Das hat auf meine Art des Verhandelns keinerlei Einfluss!“ sagte Hank gereizt. „Wieso sollte das auch?“ fragte Bandmann anscheinend verwundert. „Wie kommen Sie nur auf den Gedanken? — Lassen Sie mich doch ausreden! Ich wollte sagen: da beide Parteien persönlich anwesend sind, lässt sich der Streit vielleicht im Wege des Vergleiches beilegen. — “ „Ein Vergleich erscheint mir ausgeschlossen!“ sagte Hank hastig; er hatte schon in erster Instanz vergebliche Versuche zu einer gütlichen Beilegung des ihm höchst unerquicklichen Streitfalles gemacht, die alle an der Starr-