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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 205

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 205 (sequence 211)
Language
German
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205 suchte dann noch die Druckerei in Dyhernfurth weiter zu betreiben, doch vermochte er nach Aufhören der Privilegien der Konkurrenz nicht mehr standzuhalten. Das letzte Buch wurde im Jahre 1834 in Dyhernfurth gedruckt, so dass die jüdische Druckerei im ganzen 145 Jahre bestand. Unzählig waren die jüdischen Bücher und Blätter, die noch vorhanden waren und nach Vorschrift dort im Gehöfte der Druckerei vergraben wurden. Talmudschriften und Tefillos und viele kabbalistische Blätter ruhen und vermodern dort . . . Aus den 30 Seelen, die mit R. Sabbatai Bassista nach Dyhernfurth zogen, wurden mit der Zeit Hunderte. Krämer und Handwerker kamen zugezogen und fanden durch die Fürsprache Bassista’s Schutz bei dem Grundherrn. Bassista sorgte für die Seinen. Am 28. Dezember 1689 kaufte er von einem Schuhmacher und Bürger Christoph Günter ein in einem unfern des Städtchens gelegenen Tiergarten befindliches Stück x4cker und Wiesenwachs im Umfange von 40 Ellen im Geviert um den Preis von 17 Thalern, mit Zustimmung und Genehmigung des Magistrats zum Begräbnisplatz für sich, seine Familie, die derzeit dort wohnende oder jemals sich am Orte niederlassende Judenschaft.1) Um diesen Platz herum vergrösserte sich in der Zeit von 231 Jahren, die seitdem verflossen ist, der der Grundherrschaft gehörende Park um ein Bedeutendes, so dass das noch jetzt bestehende Beth Aulom inmitten einer ca. 8 Kilometer im Quadrat umfassenden Parkanlage mit unzähligen mächtigen, viele 100 Jahre alten Bäumen, Eichen, Pappeln, Eschen und Linden, wunderbar gelegen ist. Das Rauschen ihrer Zweige und Blätter bildet die Grabmusik und ihre Stämme die Wächter der dort den ewigen Schlaf schlummernden 1) Geschichte des jüdischen Friedhofs in Dyhernfurth von D. Weinbaum, Breslau 1903, Köbners Verlag.

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