Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 209)
- Language
- German
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203 jüdischen Bibliographie genannt. Auch Grätz erwähnt ihn. Es bestand das Bedürfnis nach einer jüdischen Druckerei, da zu jener Zeit in Schlesien, Polen, Littauen und Russland keine vorhanden war, trotzdem hatte Sabbatai Bass grosse Schwierigkeiten zu überwinden, bis ihm die Erlaubnis zum Betriebe der Druckerei gewährt wurde. Schon im Jahre 1684 war er bei der Staatskanzlei in Wien darum eingekommen, aber sein Gesuch war ihm immer abgeschlagen worden. Besonders geschah dies auf Veranlassung des Breslauer Magistrats, der dazu von der Besitzerin der Albrecht’sehen Druckerei, die heute noch unter dem Namen Grass-Barth’sehe Druckerei besteht und, welche Ironie des Schicksals, heute Druckerin der seit Jahrzehnten sich in jüdischen Händen befindlichen fortschrittlichen Breslauer-Zeitung ist, dazu aufgehetzt worden war. Die Witwe Albrecht erhob in ihrer Beschwerdeschrift an den Breslauer Magistrat und die Regierung in Wien den Ehrwand, „dass mit den jüdischen Setzern, Druckern usw. jüdisches Diebsgesindel in das Land kommen und Handel und Wandel stören und herabsetzen würde“. Sabbatai Bass begab sich nun persönlich nach Wien und nach langen Unterhandlungen gelang es ihm, die Bedenken der Regierung zu zerstreuen, bis er endlich Ende 1687 oder Anfang 1688 die Genehmigung erhielt, in Schlesien eine jüdische Druckerei zu errichten1). Er wählte zuerst dafür das ebenfalls an der Oder, etwa eine Stunde von Dyhernfurth flussaufwärts gelegene Städtchen Auras; als er aber Gelegenheit hatte, die bereits in Dyhernfurth eingerichtete Druckerei zu pachten, entschloss er sich, seinen Wohnsitz dorthin zu verlegen. Anfang des Jahres 1689 siedelte er nun mit seiner Familie nach Dyhernfurth über und brachte einen Stab von jüdischen Setzern, Druckern und Arbeitern mit, im ganzen *) R. Sabbatai Bassista und sein Prozess von Dr. L. Oelsner.