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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 202

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 202 (sequence 208)
Language
German
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IRI
…/3135693-3135704--1337-3137063
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202 Dyhernfurth war ein Dorf, allerdings ein grosses Dorf, das den slavischen Namen Przig (d. h. Flussübergang) führte und wegen des dort stattfindenden Übergangs über die Oder sehr belebt war. Im Jahre 1663 verlieh Kaiser Leopold I dem Orte, um dessen Besitzer, den Kaiserl. K. Rat, Kämmerer und Oberamtskanzler in Ober- und Niederschlesien, Georg Abraham Freiherrn von Dyhern „umb seiner geleisteten und erspriesslichen Kriegs- und anderen Dienste wiellen“ zu ehren und ihm gnädig zu sein, die Stadtgerechtigkeit und Märkte usw. und bestimmte, dass die Stadt in Zukunft „Dyhernfurth benähmet“ werden solle. Schlesien gehörte bekanntlich damals noch bis zum siebenjährigen Kriege dem Hause Habsburg. Freiherr von Dyhern erwarb am 12. Juli 1667 das Privileg, in seiner Stadt Dyhernfurth eine Buchdruckerei zu errichten, und verpachtete dieses Privileg an einen Johann Theophil Kopydlanski, der am 1. Mai 1668 sein neues Unternehmen in Betrieb setzte.1) Ihm wurde aber nach kurzer Zeit die Druckbefugnis entzogen, weil er von der Zensur verbotene Schriften druckte. Das Privileg ruhte nun einige Jahre, bis sich im Jahre 1688 der damalige, durch Erbschaft in den Besitz Dyhernfurths gelangte Grundherr Freiherr Christoph Franz von Glaubitz, Sr. Kaiserl. Majestät wirklicher Kämmerer, der beiden Fürstentümer Breslau und Gr. Glogau Landesältester usw. aus dem Hause Brieg, entschloss, um aus seinem Buchdruckereiprivilegium Nutzen zu ziehen, dies einem jüdischen Drucker zu übertragen. Dieser Drucker hiess Sabbatai Bass oder Bassista, der einer Prager Gelehrten- und Sängerfamilie entstammte. Er hatte sich auch als Gelehrter und Bibliograph einen bekannten Namen gemacht und wird von einigen der Vater der x) Geschichte und Annalen der Dyhernfurther Druckerei von Prof. Dr. M. Brann.

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