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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 179

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 179 (sequence 183)
Language
German
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IRI
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1 179 a priori einen schiefen Schritt mache, der ihm für immer Bitterkeit bringen würde. Insbesondere ist bei der Immigration eine grosse Verschiedenheit in Bezug auf die Art der Hilfeleistung möglich, die individuell vorbereitet und auch individuell geleistet werden müsste, so z. B. Winke bei der Suche nach Arbeit, moralische Hilfe bei geistiger Gedrücktheit und auch religiöser Trost für die Seele. Denn das Vertrauen auf den Himmel ist bei den Juden trotz aller Neuzeit noch immer sehr stark entwickelt, und man möge ihm helfen auch seine Religion überall beobachten zu können, um nicht dann all sein Unglück, religiös, dem Sündigen gegen die Religion zuschreiben zu müssen. Gordons Erzählung vom kleinen Buchstaben „Jid“ ist noch heute ernste Wahrheit und Möglichkeit. Am Anfang kann es spielend erledigt sein, in der Folge kommt dann ein falscher Schritt, und Menschenleben, zuweilen viele Menschenleben, sind für die Ewigkeit vernichtet. Professor Krafft-Ebing hat einmal ein drastisches aritmethisches Beispiel zur Erklärung des Wertes der Narkose und der Suggestion angeführt: Man kann, in Zahlen ausgedrückt, das Mass der Leiden eines Kranken in physischer Beziehung etwa mit 70% des Ertragbaren annehmen, die geistige Quelle der diese begleitenden Leiden, als Furcht, Übertreibung, etc., mit etwa 50% bemessen. Wird nunmehr eine Operation kurzer Hand vorgenommen, so übersteigt das Gesamtmass der Leiden das Ertragbare und der Kranke unterlegt, wird aber durch Narkose oder durch Suggestion der unnötige geistige Ballast entfernt, dann kann der Kranke die Operation durchmachen und wird gerettet werden. Ähnliches möge hier vom Juden im allgemeinen und vom reisenden Juden im besonderen gesagt werden. Das Leid der Welt ist gross genug; der Jude muss dieses ebenso wie alle anderen tragen. Er hat dazu noch sein

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