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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 176

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 176 (sequence 180)
Language
German
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IRI
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176 detailiert expliziert werden können, aber dennoch ipso facto vorhanden sind. Diese nicht zu umgehende Berührung mit der Aussenwelt, wenn sie nun einmal ipso facto existiert, wird aber den Juden zur Quelle von Leid und Kummer.1) So z. B., um auf die Transmigration zu verweisen, hat ein Konsulat eines judenreichen Staates sich zum Prinzip gemacht, bei den Durchgangsvisen den Juden Schwierigkeiten zu bereiten, angeblich weil die Reisenden dort verbleiben könnten. Und was dort, quasi mit einer Art Begründung, wenn auch mit einer ganz falschen, geschieht, versuchen einzelne Beamte in anderen Ämtern, auch ohne jede Begründung, auf eigene Faust, durchzuführen. Dass ein solches Vorgehen gegen das geltende Recht verstösst, dass dies der Menschlichkeit Hohn spricht, geniert diese Leute wenig, sie haben die Möglichkeit der Juden zu schaden und tun es auch. Und dabei ist zu bedenken, dass eine Erschwerung der Formalitäten die Reise verzögert, dass eine Verzögerung sehr oft eine Verschiebung veranlasst, zuweilen geradezu ein Auf geben der Reise. Der Emigrant aber kann nicht mehr zurück, im wirtschaftlichen Sinne, ^er hat in der Regel alles verkauft und sich frei gemacht, er hat kein Heim mehr, und wird er zurückgedrängt, dann ist ihm sein ehemaliges Heim viel ärger als die Fremde, er ist dann doppelt unglücklich, weil zu der Not auch noch die Schande des Misserfolges dazukommt. Wer einmal das Gedicht Morris Rosenfeld’s „Die Wanderer“ gelesen und dazu die Illustration von Lilien gesehen hat, dem wird schon das Bild genügen, um zu wissen, wie diese Hölle auf Erden ausschaut. . . . Die Gegnerschaft gegen den Juden ist modern geworden, der Antisemitismus gilt in vielen Kreisen als x) Stenographisches Protokoll der Welthilfskonferenz in Karlsbad, Delegierter Schwak am 5. August 1920.

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