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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 170

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 170 (sequence 174)
Language
German
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IRI
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170 erfolgt dann die Auswanderung, wie eine solche in den Zentralstaaten Europas sich jetzt geltend macht. Und auch diese Momente kommen gegenüber den Juden in Betracht. Dabei bewirken sie eine noch stärkere Auswanderung als bei den anderen, und zwar deshalb, weil hier ein Schutz nur sehr schwer konstruierbar ist. Denn wie soll innerhalb eines Staates ein Schutz gegen diesen Staat selbst geschaffen werden und, wenn schon geschaffen, effektiv durchgesetzt werden? Höchstens könnte dies durch eine fremde Macht geschehen, das heisst durch einen Akt eines fremden Staates — und dieses im Interesse der Juden. . . Etwas, das nicht durchführbar und wenn schon, mehr Schaden als Nutzen bringen müsste. Auch genügt eine schon ganz minimale Kraftäusserung, um auf Juden einzuwirken, so z. B. schon das Zusammenrotten von Bewohnern auch nur einer Gegend, nur eines Dorfes, und so müsste dann der Staat, das heisst die Gemeinschaft der Brüder dieses Gebietes oder dieses Dorfes gegen die betreffenden Bedrücker vorgehen, was zumindest in der Gegenwart nur schwer zu erwarten ist. Diese Gewaltform, Progrome geheissen, entwickelten sich letztens immer mehr und sind eigentlich eine Spezialität in dem Vorgehen nur gegen Juden, gegen einheimische Juden, und sie wirken. Sie führen zum Auswandern mit einer unwiderstehlichen Gewalt, insbesondere weil die Juden auch schon durch die früher hervorgehobenen Momente der anderen Bevölkerung gegenüber im Nachteile ist und gewissermassn erbliche Anlagen zur Auswanderungskrankheit besitzen. Ach, warum sind wir anders worden von allen Völkern und Sprachgemeinschaften . . .? * * * Bei der Migration ist die Emigration das Wichtigste; denn die Emigration ist die Ursache, die Immigration

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