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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 166

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 166 (sequence 170)
Language
German
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IRI
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166 nicht eine einzige jüdische Immigrationsfrage, sondern mehrere Immigrationsfragen; denn die Juden streben verschiedenen Ländern zu, und in diesen herrschen die verschiedenartigsten Bedingungen für die Aufnahme von Fremden. Und endlich gibt es schon gar nicht eine einzige Transmigrationsfrage, weil bei solchen verschlungenen Verbindungen zweier Endpunkte diese Wege die mannigfachsten Formen annehmen müssen. Während z. B. die Italiener nur einen einzigen Ausgangspunkt ihrer Emigration, Italien, haben, während die Griechen nur ein einziges Ziel der Immigration haben, ihr altes vergrössertes Vaterland, das Grossgriechenland, während also bei diesen beiden entweder der Anfangsweg oder der Endweg der Durchwanderung eindeutig bestimmt ist, haben die viel ärmeren und viel schwächeren Juden überall eine Vielheit, eine Verschiedenheit, die unbarmherzigerweise zu einer weiteren Schwächung führen muss. Ach, warum sind wir anders worden von allen Völkern und Sprachgemeinschaften . . . Das Traurigste ist aber nicht die Wanderungserscheinung an sich, sondern die Ursachen dieser Wanderung: das Warum? der Wanderung. Es gibt eine Wanderung infolge Überschusses der Volkskraft; das Heimatland genügt nicht für seine Kinder und der Überfluss muss auswandern. Es gibt eine Wanderung aus Überfüllen einzelner Berufe und Produktionszweige, so z. B. wenn der Grundbesitz in einzelnen Händen festliegt, die mit Motoren arbeiten und die menschliche Kraft, die zwar teuerer aber dafür viel intensiver arbeitet, ausschalten, oder wenn in einem gewissen Raume allzu viele Handwerker derselben Branche vorhanden sind, oder wenn eine neue Maschine Fabriksarbeit leistet und die Menschenhände frei werden lässt, oder wenn verschiedenartige Schulen eine Überproduktion

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