Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 158)
- Language
- German
- Belongs to
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154 d. h. nach Durchschneiden der Halsschlagadern, durch die Wirbelschlagadern, die ihren Sitz im knöchernen Rückenmark haben, und vom Schächtschnitt unberührt bleiben, beständig Blut zugeführt. Dies trifft in der Tat zu, der Durchmesser der Wirbelarterie ist aber im Verhältnis zu demjenigen der Halsschlagadern so klein und diese Arterie führt so wenig Blut zu, dass sie für die Blutfüllung des Gehirns nicht ernstlich in Betracht gezogen werden kann und dies umso weniger, als man bedenken muss, dass das Gehirn einem Blutmangel gegenüber sehr empfindlich ist. Übrigens verbleibt nicht einmal das durch die Wirbelarterien zugeführte Blut zur Ernährung im Gehirn, sondern dasselbe wird (im circulus arteriosus Willisii angekommen, solange der Blutdruck in demselben positiv ist) durch die durchschnittenen inneren Halsschlagadern abfliessen. Wir können nicht umhin, bei der Besprechung der Schächtfrage den Begriff Reflex zu umgehen, obgleich er hier nicht die Rolle spielt, wie von manchem Autoren behauptet wird. Unter Reflex versteht man die Summe derjenigen Erscheinungen, die durch Übertragung der Erregung sensibler Nerven auf motorische Nerven zustande kommen. Wenn wir beispielsweise einen Menschen oder ein Tier mit einer Nadelspitze stechen, d. h. eine sensible Nervenendigung treffen, so wird dieser Reiz längs einer sensiblen Nervenfaser ins Rückenmark und dort auf bestimmtem Wege in eine motorische Nervenfaser geleitet. Als Effekt kommt eine Muskelzuckung zustande. Diesen ganzen Vorgang beispielsweise, der sich im Verlaufe eines Bruchteils einer Sekunde vollzieht, nennen wir einen Reflex. Wenn unsere Definition eines Reflexes richtig ist, so muss ein Reflex auch dann noch ausführbar sein, wenn ein Tier des Gehirns beraubt ist. Dies trifft in der Tat zu, ja sogar die Reflexe sind beim Fehlen des Grosshirns stärker als beim Vorhanden-