Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 156)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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152 punkt vertreten, den die grössten Koryphäen der Wissenschaft einnehmen. Das Schächten zerfällt in einen vorbereitenden Teil und in das eigentliche Schächten. Es ist wichtig zu wissen, dass ein grosser Teil der Schächtgegner der Schweiz deshalb gegen das Schächten stimmten, weil ihnen die Vorbereitungen tierquälerisch erschienen. Wie dem auch sei, Tatsache ist, dass wir heute durch die Art und Weise der Vorbereitungen in der Lage sind, jeden Angriff dieser Art abzuweisen. Es möge genügen, wenn ich hier anführe, dass bei den Vorbereitungen zum Schächten, wie sie beispielsweise in Sursee vorgenommen wurden, kein brüskes Fallen des zu schlachtenden Tieres Vorkommen, dass kein Horn brechen konnte noch irgend eine andere, dem Tiere schmerzbereitende Manipulation vollzogen werden musste. Heute besteht die Vorbereitung zum Schächten darin, dass ein breiter Gürtel um den Leib des Schlachttieres gebunden, das Tier vermittelst einer Rolle daran aufgezogen wird, die Beine zusammengebunden und an einer zweiten Rolle seitwärts gezogen werden und das Tier vermittelst des ersten Rollzugs langsam wieder auf den Boden gelegt wird, derart, dass der Kopf und der Leib am Boden liegen, die Extremitäten nach aufwärts gerichtet sind. Zum eigentlichen Schächten liegt also das Tier gefesselt am Boden, der Kopf steht so, dass der Schnitt sicher geführt werden kann, was durch einen Kopfhalter vollständig gesichert ist. Das Messer muss haarscharf und glatt sein. Darauf ist in der Tat bei Betrachtung der Schächtfrage vom physiologischen Standpunkt aus Gewicht zu legen, denn die Erfahrung lehrt, dass das Beibringen von Wunden mit einem solchen Messer wenig schmerzhaft ist. Ausserdem ist ja bekannt, dass derjenige, der den Schächtschnitt ausführt, sich