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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 150

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 150 (sequence 154)
Language
German
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IRI
…/3135693-3135704--1283-3137009
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150 mein Kästchen legen und ihn bis zu meinem letzten Tage aufbewahren.“ Aber es traf keine Antwort ein, und das Kästchen blieb leer, wie früher. Und es vergingen wieder Monate und Jahre. Da heiratete er eine liebe, brave Frau. Und er dachte: „Die ersten Locken vom Köpfchen meines Kindes will ich in mein Kästchen tun und sie das ganze Leben lang aufbewahren!“ Aber weder Sohn noch Tochter wurde ihm geboren, und das Kästchen blieb leer, wie bisher. Eines Tages erkrankte er an einer gefährlichen Krankheit. Da bat er, man möge ihm das Kästchen bringen. Und er sprach: „Mein Wunsch ist, dass man mir dieses Kästchen ins Grab lege, denn in ihm habe ich alle Schätze meines Lebens aufbewahrt! Er starb, und seine Verwandten sagten: „Sein Wunsch soll in Erfüllung gehen; doch wollen wir vorher sehen, was dieses kleine, leichte Kästchen enthält?“ Man öffnete es, und siehe — es war leer. Da legte man mit einem mitleidsvollen Lächeln das Kästchen in den Sarg des Toten. Und niemand hat’s empfunden, niemand verstanden, dass es voller Träume war, voll goldener Träume. . . . Kuschith. Aus dem Hebräischen übertragen von J. Olswanger.

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