Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 149)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3135693-3135704--1278-3137004- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Elia Hanowi. Der Prophet Elia lebt ewig. Er ist eine der lichtvollsten Gestalten im jüdischen Schrifttum, in der heiligen Schrift sowie in Talmud und Midrasch. Elia lebt in und mit dem jüdischen Volke in allen seinen Lebenslagen. Seine Persönlichkeit büsst zu allen Zeiten des jüdischen Volkslebens an Lebendigkeit und Frische nichts ein. Elia, der donnernde Prophet, der Mann mit eisernem Willen, unerschütterlicher Tatkraft und feurigem Eifer lebt und wirkt in der jüdischen Volksseele und -phantasie. Elia Hanowi ist Liebling des Volkes. Er ist sein treuester Freund und Begleiter auf allen seinen Lebenswegen, sein Kämpfer und Führer, Tröster und Erlöser. Die phönikische Königstochter Isebel setzt als Gattin des willensschwachen Königs Ahab von Israel alles daran, um ihre heimatliche Kultur in den Boden Israels zu verpflanzen. Für den Baal- und Astartekult wird in Israel geworben; ein Stab von heidnischen Propheten und Priestern steht zur Verfügung. Die leichtgläubigen Volksmassen werden mit dem Strome hingerissen und gehen blindlings den Baalspropheten nach. Da tritt Elia, der Mann aus Tischbe, auf. An die Spitze einer kleinen Prophetenschar stellt sich Elia als begeisterungsvoller Streiter und Eiferer für Gott und seine Lehre. In diesem gewaltigen Kulturkampf zeigt sich das Wesen des Propheten in seiner Reinheit. Elia ist ein Feind der unheilbringenden Halbheit und der trügerischen Zweideutigkeit. Elia ist ein Prophet der Tat. In all seinem Wirken und Handeln ist er ein Mann der Ganz- 10