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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 132

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 132 (sequence 134)
Language
German
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132 dieses Denkwerkzeuges zum Verständnis der Bibel, und besonders des alten Testamentes erfasst haben. Wir haben gesehen, dass der Atomismus, die Grundbasis alles Naturerkennens, ein rein methaphysisches Prinzip ist und dass diese Schöpfung unseres Intellekts in Attributen sinnlicher Anschauung ausgedrückt wird. Wir haben das Urteil der Koryphäen der Wissenschaft gehört, das übereinstimmend die Existenz letzter Stoffteilchen in Abrede stellt. Diese selben Männer aber machen fortgesetzt ihre Forschungen und Untersuchungen nach der Regel: ,,Als — ob“ es letzte Stoffteilchen gäbe. Wir haben hieraus die Überzeugung gewonnen, dass jede Geistesschöpfung, jede Forschung von Menschen oder für Menschen, so weit sie sich auch von der Sinnlichkeit und ihrer Anschauung entfernt, dieselbe doch zu durchlaufen hat. Wir haben aus einem oben wiedergegebenen Faktum die Bestätigung gefunden, dass sobald diese Regel vernachlässigt wird, sobald der Forscher die denkmethodische, sinnliche Anschauung ignoriert und alsogleich auf das letzte Ziel lossteuernd, den abstrakten Satz formuliert, er nicht allein von andern nicht verstanden wird, sondern seine Gedanken in ihrem embryonalen Zustande verkümmern. Er sich selber nicht mehr versteht. Wenn nun die Bibel, die doch gewiss mit den denkbar abstraktesten Begriffen zu ringen hat, diese in der Form sinnlicher Anschaulichkeit kleidet, so sollte man hierin die Didaktik und Methodik bewundern, jene Methodik, von der jeder ernste Forscher Gebrauch macht und von der allein der Erfolg abhängt, nicht aber Mythen, Sagen und Anthopomorphismen in dieser Form erblicken. Dass der Bibel mythische Anschauung fern, ist genug in ihr zu lesen. Wer aber diese Stellen nicht sehen

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