Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 135)
- Language
- German
- Belongs to
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133 will und auf Grund einer vorgefassten Meinung abenteuerliche Kombinationen spinnt, der soll nur sein Geschäft weiter betreiben. Gerader Sinn und Gerechtigkeit wird aber sagen: Was dem einen recht, ist dem andern billig. Was dort in Halle als wahre und echte Methode, als einzige der wir Menschen auf Grund unserer eigentümlichen Veranlagung fähig sind, für die Erforschung der Natur gut geheissen wird, kann für Erforschung und Verständnis dessen, was im alten Testament geboten wird, nicht anders als gutgeheissen werden. — Das „Als — ob“ in seiner erkenntnistheoretischen Bedeutung lehrt uns aber auch die Grenze ziehen, zwischen metodischer Darstellung und Tatsache. — Das Atom, sein Schwingen, Gruppieren, sein Gewicht ist methodischerkenntnistheoretisch zu verstehen, ist aber wieder Tatsache. Gott sagt: Wir wollen einen Menschen machen. Er zieht den hoffärtigen Turmerbauern in Babel einen Strich durch die Rechnung. Er steigt vom Himmel, um sich von der Entartung der Sedomiter zu überzeugen, das ist methodische Diktion, ist aber Tatsache. Wie dieses zu vereinbaren ist und wo die haarfeine Grenze liegt, zeigt Kekule in seinem Lehrbuch der organischen Chemie: „Die Proportionszahlen der Mischungsgewichte“, so heisst es dort, haben den Wert der Tatsache und die Buchstaben der chemischen Formel kann man allerdings als den einfachen Ausdruck dieser Tatsache betrachten. Legt man aber den Buchstaben der Formeln eine andere Bedeutung unter, betrachtet man sie als den Ausdruck der Atome und der Atomgewichte, so wirft sich die Frage auf: wie gross oder wie schwer sind diese Atome? Da die Atome weder gemessen noch gewogen werden können, so ist es einleuchtend, dass nur Betrachtung und Spe-