Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 133)
- Language
- German
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131 Sie will die sinnliche Anschauung der mathematischen Zahlen und Formeln, mit welchen wir in der Physik, Chemie, in der Naturwissenschaft überhaupt operieren, oder vielmehr die wir in die Dinge, um sie zur Wissenschaft zu machen, hineintragen, darstellen. Sie soll mit andern Worten demjenigen Teile unseres Intellekts Rechnung tragen, der das notwendige Ergänzungsstück des Verstandes ist. Dieser Teil heisst Sinnlichkeit. In ihr wurzelt die Anschauung, wie in dem Verstände das Denken wurzelt. Anschauung und Denken sind zwei sich ergänzende Funktionen des Intellekts. Genau so wie jede Anschauung für uns erst dann etwas ist und bedeutet, wenn wir sie verstehen, d. h. wenn wir irgend einen Begriff vom Angeschauten haben, ebenso ist der Begriff nur dann ein reales Denkelement, wenn irgend eine Anschauung ihm korrespondiert. Diese dem Begriffe korrespondierende Anschauung muss nicht etwa an sich eine absolute Realität sein, sie kann auch nach dem Grundsätze „Als — ob“ eine solche sein. Denn die Sinnlichkeit ist für die Schöpfungen der Elemente der Anschauung so souverän, wie der Verstand für die Elemente des Denkens. Eine solche nach dem Grundsätze des „Als — ob“ dargestellte Anschauung ist das Atom! III. Viel zu lange mussten wir uns aufhalten, um für den Gegenstand, um den es uns hier speziell zu tun ist, genügend vorbereitet zu sein. Umso leichter werden wir uns nunmehr verständigen; denn viele der aufmerksamen Leser, die aus der vorausgegangenen Abhandlung das „Als — ob“ in seiner erkenntnistheoretischen Bedeutung bereits erkannt, werden jetzt schon den Wert