Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 131)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3135693-3135704--1260-3136986- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
129 erkennens“ sagt er zu Beginn: Alles Naturerkennen zielt in letzter Instanz auf Mechanik der Atome und sie endet mit dem Bekenntnis, dass wir nicht allein nicht imstande sind, die Atome zu begreifen, sondern dass wir keine Hoffnung haben, jemals dieses Problem aufzulösen. Wahrlich, das sind starke Worte, aus dem Munde derjenigen gesprochen, denen das Atom ihr täglich Brot ist! Was haben wir von der Sache zu halten? Jedes Experimentieren geht vom Atom aus und geht mit ihm zu Ende. Es ist die vorausgesetzte Hypothese und ist die Probe auf das Exempel. Und diese Hypothese zeigt ihre Wirksamkeit und ihre Wahrheit in den grossen Erfolgen, die sie im steten Fortschritt der Forschung zeitigt. Nun behaupten jene Männer, die diesen Fortschritt schaffen, dass ihre Hypothese ein Geschöpf der Einbildung, ein Phantasiegebilde, ein Gedankending sei! Leben wir in einer realen oder in einer Märchenwelt? Ist das in Lüften sich erhebende Schiff, das unter Meeresfläche dahin rasende Boot, sind die rauschenden und ratternden Maschinen, die funkenden und strahlenden Jonen und Elektronen lauter Phantome; oder aber ist die Macht unserer schöpferischen Phantasie so souverän, dass ihr frei geschaffenes Gebilde, Atom genannt, solche Wunderwerke der Natur zu zeugen imstande ist? Dass die Phantasie in der Tat hier mit im Spiele ist, mussten wir aus der Aussage der erwähnten Forscher bereits erkennen. Welche Rolle ihr aber zusteht und wie weit ihr Einfluss reicht, das zeigt A. Lange in seiner Geschichte des Materialismus, aus der wir hier die betreffende Stelle wiedergeben. Es ist die Rede von einer Entdeckung über Gewichtsverhältnisse in der chemischen Verbindung, die zwei 9