Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 129)
- Language
- German
- Belongs to
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127 bleiben sie unsichtbar?“ „Weil wir Menschen das Einfache, nicht zusammengesetzte nicht wahrzunehmen imstande sind und die Atome sind einfach, nicht zusammengesetzt und auch unteilbar; eben ihrer Unteilbarkeit wegen heissen sie Atome.“ „Aber sie existieren, diese Atome?“ so fragt der Wissbegierige weiter. „Ohne Zweifel“ wird ihm geantwortet. „Nun, dann will ich sie teilen!“ repliziert, kühn geworden, der Schüler: „Dieses letzte Körperchen, das du Atom nennst, so winzig es auch sein mag, hat doch ein Oberst und ein Unterst, d. h. eine obere und eine untere Fläche. Ich denke mir also, dieses Atömchen geteilt in seine obere und untere Fläche und das Atom hat aufgehört, Atom zu sein. Aber noch mehr! Mit diesen beiden eben erhaltenen Flächen verfahre ich ebenso. Auch diese haben ja ein jedes eine obere und untere Fläche; auch diese teile ich in derselben Weise und so ins Unendliche. Wo sind also deine letzten unteilbaren Körperchen? Dein Atom ist ein Phantom!“ Ärgerlich, so in die Enge getrieben, bekommt man die Antwort: Das ist eine philosophische Schrulle. Das Atom sei nicht zu leugnen, nicht zu bestreiten. Die Atome schwingen in den Lichterscheinungen, in den Schallempfindungen, sie zeigen sich in den mannigfaltigsten Gestaltungen der Krystallisation, in der chemischen Verbindung, in der elektrischen Kraft, in der magnetischen Anziehung. Die Atome sind eine Tatsache! Was es mit der philosophischen Schrulle für eine Bewandtnis habe, dafür mag folgende kleine Auslese sprechen. Sie ist eine Auswahl einiger Aussprüche jener Männer, die sich ihre Lorbeeren nicht auf dem Felde der