Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 121)
- Language
- German
- Belongs to
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119 ungemein starken Adhäsionskraft der Juden in Wirklichkeit auch gar nicht durchführbar. Möge das Land, wo sie hinkommen auch noch so gross sein und noch so viel freien Raum haben, sie ballen sich immer und immer wieder in einigen wenigen grossen oder kleinen Zentren zusammen. Übrigens, wie die anderen Nationalitäten auch, aber in noch viel ausgeprägterer Weise. Und wäre diese Lösung auch möglich, so müsste ihr im Interesse der Allgemeinheit mit allen Mitteln entgegengetreten werden. Denn das Verschwinden der anerkannt hochwertigen, auf allen Gebieten der menschlichen Kultur schöpferischen Rasse, die ihren unverwüstlichen Lebenswillen und ihre unverminderte Keimungs- und Regenerationsfähigkeit gerade jetzt so unmissverständlich vor aller Welt dokumentiert, würde einen uneinbringlichen Verlust für die gesamte Menschheit bedeuten. Nicht die Nivellierung führt uns in die Höhe, sondern die Vielhaftigkeit und Mannigfaltigkeit der Erscheinungen, mag es sich dabei um Individuen oder ganze Völker und Nationen handeln. H* * Bleibt also die Lösung durch Konzentration. Da kann man zwei Arten unterscheiden: die künstliche und die natürliche. Die erstere entspringt dem zielbewussten Willen einzelner Führer, die letztere ist der Ausfluss eines instinktartigen Triebes der Massen. Ein Beispiel rein künstlicher Konzentration sind die Bestrebungen von Baron Hirsch in Argentinien, dann der Territorialismus im ersten Stadium seiner Entwicklung. Ein Beispiel für die zweite Art bildet die seit der achtziger Jahre (mit einem Unterbruch von etwa fünf Jahren während des Weltkrieges) unaufhörlich und in