Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 119)
- Language
- German
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117 wurde. Kurz vor seinem Tode betrat er mit dem Uganda- Projekt wieder das Gebiet des Territorialismus, der von seinem prominenten Mitkämpfer J. Zangwill zu einer selbständigen dissidenten Volksbewegung gemacht werden sollte. Unabhängig von diesen beiden Lösungsversuchen und ganz unbekümmert um deren Aussichten ging ein vom Volke selbst, von den Volksmassen eingeleiteter Prozess vor sich, der auf dem Wege reiner Empirie einen Ausweg aus dem verzwickten Dilemma herauszufinden bestrebt war. Hunderttausende bahnten sich eine breite Strasse nach der Neuen Welt, wo sie im Laufe einer einzigen Generation ein mächtiges jüdisches Zentrum ins Leben riefen. Trotz aller unsäglicher Hindernisse, die sie am Ausgangspunkte, während und am Endziele ihrer Reise überwinden mussten, fuhren die hart bedrängten Juden von Osteuropa unablässig fort, durch das Mittel der Massen-Auswanderung jenseits des Ozeans neue Aufnahmepositionen aufzubauen. Der unselige erste Augusttag des Jahres 1914 unterbrach jäh diesen modernen Zug aus der ägyptischen Finsternis des Ansiedlungsrayons nach dem gelobten Lande der unbegrenzten Möglichkeiten. c) In der Zukunft. Manche vertrösten uns auf die allgemeinste Lösung: die nationalen Schranken fallen, kein Jude, kein Franzose, kein Japaner mehr, bloss Menschen. „Ein Ziel, aufs innigste zu wünschen“, gewiss. Allein: fernste Zukunft, „beacharis hajomim“, wobei eine Umkrempelung der menschlichen Natur von Grund auf vorausgesetzt wird. Kommt also momentan für uns nicht in Betracht. Fussen wir auf dem Boden der Realität, so kann gesagt werden, dass die letzten Dezennien uns die Grund-