Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 115)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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113 hältnissen immer und immer wieder vom Untergange rettete; von der Religion seiner Väter, deren sittliche Kraft, deren geistige Feinheit er — vielleicht sogar unbewusst, aber doch mit absoluter Sicherheit — empfindet. Wie soll, wie kann er sich also assimilieren, insbesondere auf Befehl, durch Druck von aussen her? Nicht einmal äusserlich will er da Konzessionen machen, da er das dunkle Bewusstsein hat, dass dies ihn über kurz oder lange auf die schiefe Ebene bringen wird. Gerade die hartnäckige Weigerung der jüdischen Massen, ihre eigenartigen Äusserlichkeiten aufzugeben, beweisen die Richtigkeit dieser Ausführungen. Sie spüren instinktiv die ungeheure Gefahr: geben sie eine Position freiwillig auf, so folgt bald eine zweite, dritte und vierte Konzession und das Ende vom Lied ist . . . das Schicksal der deutschen Juden. * * ❖ Für den intellektuellen Westler bleibt aber die nackte Logik bestehen: die religiösen Vorschriften der Juden, die ihnen eben das spezifische Gepräge verleihen, sind seit Hunderten von Jahren unabänderlich festgenagelt. Folglich kann auch ihr Gebahren der Natur der Sache nach nicht geändert, nicht evolutioniert werden. Mit Schrecken erkennen auch die vom elementaren Judenhass nicht Vergifteten, dass sie auf eine völlige Assimilierung, auf ein Aufgeben der jüdischen Fremdlinge in absehbarer Zeit nicht rechnen können. Da aber auch ein Fortgehen der Juden, infolge Mangel eines eigenen Territoriums, nicht anzunehmen ist, so verlieren auch diese Elemente die Geduld und beginnen, den antisemitischen Reigen wacker mitzutanzen. Also auch in diesem Falle, wenn wir nicht mehr die Volksmassen unserer Wirts Völker, sondern die oberen Schichten, die Intelligenz auf ihr Verhältnis zu der Juden- 8