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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 112

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 112 (sequence 113)
Language
German
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es doch höchst seltene Gesellen im Lande der untergehenden Sonne und weiss er doch, dass diese Völkerschaften irgendwo eine eigene Ecke haben, woher sie kommen und wohin sie auch nötigenfalls zurückkehren können. Aber die Juden? Das sind Gäste, die man der Natur der Sache nach nicht loswerden kann. Wie die Dinge liegen, werden sie noch lange, lange und zwar in wachsender Zahl da bleiben. Diese Überlegung reizt zum Widerstand. Dieses Ewig-Fremde sticht in die Augen, wirkt aufreizend, aufstachelnd und man gibt sich zunächst alle Mühe, dieses Fremde, dieses vom Grunde aus Verschiedene dem allgemeinen Niveau einzugliedern, einzufügen. So geht es immer am Anfang, wenn die Juden irgendwo in kleiner Zahl einwandern. Da kommt aber ein Moment zum Vorschein, das der ganzen Erscheinung erst die tragische Note gibt: das Wirtsvolk erkennt langsam, dass diese bei einem anderen Volke mehr oder weniger leicht durchzuführende Aufgabe, bei den Juden undurchführbar ist. * * * Warum können aber die jüdischen Massen sich in absehbarer Zeit nicht assimilieren? Assimilieren heisst: der Umgebung äusserlich und zum grössten Teil auch innerlich gleich werden. Nun weisen aber bei den Juden alle Lebensäusserungen bis in die kleinsten Details die Eigentümlichkeit auf, dass sie vom religiösen Geist durchtränkt, von der Religion ganz und gar abhängig, mit der Religion unzertrennbar verbunden sind. Das Assimilieren bedeutet also für den Juden ganz einfach: sich von der Religion seiner Väter lostrennen, — von der Religion seiner Väter, mit der er durch alle Fasern seines Wesens verknüpft ist; von der Religion seiner Väter, die ihn Jahrtausende lang in unerhört harten Ver-

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