Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
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69 salems mit ihrer wunderbaren Strategie des Sterbens die eigentlichen Eroberer des heiligen Landes nennt. — Über das Wie der Lösung der Wanderfragen sei nur angedeutet, dass ein Zentralamt informativen Charakters, eine Emigrationsbank, Ämter in den Aus-, Durch- und Einwanderungs-Ländern hiezu ausersehen sind. Dem ganz besonderen Wesen und der Wichtigkeit der Wanderungsfrage gibt die von der Konferenz angenommene Resolution Ausdruck, welche der zu schaffenden Wanderorganisation autonomen Charakter innerhalb des Welthilfswerks zubilligt. In Bezug auf Palästina hat die Konferenz einstimmig beschlossen, dass dieses Land im Rahmen des Möglichen in erster Linie für die Besiedelung in Betracht kommen soll. Wenn, wie wir gesehen, der jüdische Auswanderer unser Hilfswerk vor Aufgaben stellt, die nur mit Aufwendung höchster, geistiger und finanzieller Kräfte zu bewältigen sind, so bildet das jüdische Kind eine Sorge, die das Herz der ganzen Judenheit klopfen macht und eine Aufgabe, deren Schwere nur an ihrer Grösse zu messen ist. Wenn von jüdischer Kinderfürsorge die Rede ist, dann muss der Name Anita Müller in Wien genannt werden. Er ist bereits eingegraben in tausenden und abertausenden von Mutterherzen, denen sie, eine Organisations- und Schaffenskraft ohnegleichen, ihr Los erleichtert und ihr Leben wieder lebenswert gestaltet hat. Das Referat Anita Müllers über Kinderelend und Kinderhilfe ist ein Schrei für das Kind, der über Land und Meer gehört werden muss. Sie hat ihren Darlegungen gedruckte Leitgedanken mitgegeben, in denen sie, ausgehend von Elend und Pflicht der Gesellschaft, alles umfasst, was das traurige und weite Gebiet des jüdischen Kinderelends an Massnahmen notwendig macht; ich nenne nur die Versorgung von Kriegswaisen, neue Formen