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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 26

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 26 (sequence 25)
Language
German
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26 frist hatte der alte Rufer im Streite, Nathan Birnbaum, auf den kommenden Wandersturm der entwurzelten, heimatlos gewordenen jüdischen Volksmassen hingewiesen und gebieterisch gefordert, dass die jüdischen Organisationen der drohenden Emigrationswelle begegnen sollen. Um alle Kräfte zu vereinigen und die Hilfsaktionen zu organisieren und systematisch durchzuführen, war vom Komitee der jüdischen Delegationen in Paris eine Hilfskonferenz der Juden aller Länder nach Karlsbad einberufen worden, welche dort vom 5.—13. August tagte. Das Hilfswerk, in all seinen Gestaltungen, wurde dort in ernsten Beratungen von berufenen, über die nötige Sachkenntnis verfügenden Führern auf die breite Grundlage der organisierten jüdischen Selbsthilfe gestellt, die nicht zwischen Wohltäter und Almosenempfänger unterscheidet, sondern eine Tätigkeit entfalten will für das Volk und durch das Volk. Von berufener Feder wird an anderer Stelle über die Ergebnisse dieser Karlsbader Konferenz und, im Zusammenhang damit, über die Lage der Juden in den einzelnen Ländern des Ostens eingehend berichtet. Ehrende Erwähnung verdienen Professor Israel Friedländer und Dr. Cantor, die sich beide im Aufträge des amerikanischen Komitees, um ihren Brüdern Hilfe angedeihen zu lassen, mutig und unerschrocken nach der Ukraine, dieser furchtbaren Hölle, begeben hatten und dort von ruchloser Hand ermordet wurden. Auf dem Felde der höchsten Ehre, auf dem Felde der Hilfstätigkeit, haben sie ein tragisches Ende gefunden. Ihr Martyrium für ihre Brüder wird in der Geschichte des jüdischen Volkes unvergessen bleiben. — * * ❖ Auch die Schweiz ist von der die Nachbarländer überflutenden antisemitischen Welle nicht freigeblieben. Vor allem in einem Teil der SchweizerPresse kam im

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